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 Lions-Stammtisch
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Probie Offline

NHL-Legende


Beiträge: 4.010

03.09.2003 22:22
#541 RE:Söldner der Lüge Antworten

JOHNNY DEPP ÜBER BUSH

"Lügner" und "Volltrottel"

Der in Frankreich lebende US-Schauspieler Johnny Depp will nie wieder auf Dauer in seine Heimat zurückkehren. In einem Interview sparte er nicht an harscher Kritik an der Politik der Bush-Regierung.

Hamburg - Der Hollywood-Star bezeichnete seine Heimat als "agressives Land". "Amerika ist wie ein dummer Welpe. Mit großen Zähnen. Er kann dich beißen und verletzen", sagte Depp dem "Stern". Der 40-Jährige lebt mit seiner Frau, der französischen Popsängerin Vanessa Paradis, 30, und zwei Kindern zurückgezogen auf einem Bauernhof in der Nähe von Saint-Tropez.

Allein das Vorgehen der Amerikaner im Irak und die Ächtung Frankreichs durch die US-Administration zeige, dass sich in Washington "erwachsene Männer und Frauen in Machtpositionen, Leute in der Regierung auf einmal selbst als Idioten outeten". Präsident George W. Bush, den Depp als "Volltrottel" und "schlechtesten Lügner, den ich je gesehen habe" bezeichnete, zeige durch seine Politik, dass es ihm im Irak "nur ums Geschäft" gehe.

Amerika "kein Thema" mehr

Depp, der vor allem durch Rollen in künstlerischen Filmen wie "Edward mit den Scherenhänden", "Dead Man" oder "Gilbert Grape" bekannt wurde, ist seit Dienstag als durchgeknallter Piratkapitän Sparrow in dem Disney-Blockbuster "Fluch der Karibik" in deutschen Kinos zu sehen. In den USA spielte der Film von Action-Produzent Jerry Bruckheimer bislang 274 Millionen Dollar ein.

Der Schauspieler, dem noch ein Haus in Los Angeles gehört, outete sich mit seiner Kritik nicht zum ersten Mal als Dissident. Er könne sich nicht vorstellen mit seiner Familie wieder auf Dauer in die USA zu ziehen, sagte er dem "Stern". Amerika sei für ihn "kein Thema mehr". Seine vierjährige Tochter und den einjährigen Sohn erziehe er dazu, die USA als Spielzeug zu betrachten. "Man spielt ein bisschen damit rum, guckt es sich an. Und dann nichts wie weg. Die Kinder merken von allein, dass es im Grunde ein kaputtes Spielzeug ist", sagte Depp.
spiegel online

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Ich lass das jetzt mal einfach so unkommentiert stehen

...obwohl ich mich schon frage, ob jetzt auch wieder zum Boykott seiner Filme aufgerufen wird.




Patriotism is a pernicious, psychopathic form of idiocy.
-George Bernard Shaw-

mick Offline

Alteuropäer


Beiträge: 1.783

04.09.2003 12:47
#542 RE:Söldner der Lüge Antworten

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Guerillakrieg im Irak

US-Minister streiten über Ausweg aus der Krise

In der US-Regierung gibt es offenbar unterschiedliche Positionen über das weitere Vorgehen im Irak. Außenminister Powell wirbt für eine multinationale Truppe unter US-Führung, Verteidigungsminister Rumsfeld setzt auf irakische Sicherheitskräfte. Aus dem Bundeskabinett verlautet, bald würden die Verantwortlichen die Deutschen "auf Knien" um einen Militärbeitrag bitten.


AP

Colin Powell führt bereits Gespräche über den Resolutionsentwurf


Washington - Die USA wollen den Irak laut Colin Powell mit einer multinationalen Truppe unter US-Kommando befrieden. "Heute haben wir mit einem neuen Vorstoß bei unseren diplomatischen Bemühungen um internationale Unterstützung im Irak begonnen", sagte er.

Ein entsprechender Resolutionsentwurf für den Weltsicherheitsrat sei ausgearbeitet, sagte Powell am Mittwoch in Washington. Er hoffe, dass er bis Ende der Woche erste Reaktionen aus New York erhalte.

Innerhalb der amerikanischen Regierung gibt es jedoch offensichtlich unterschiedliche Einschätzungen über den künftigen Kurs im Irak. Nach Ansicht von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sind irakische Sicherheitskräfte für die Stabilität in dem Land wichtiger als eine starke internationale Friedenstruppe. "Es ist ihr Land, sie müssen für Sicherheit sorgen", sagte Rumsfeld bei einem Zwischenstopp auf dem Flug in den Nahen Osten am Donnerstagmorgen im irischen Shannon. Seine Äußerung folgte wenige Stunden nach der Veröffentlichung des neuen Resolutionsentwurfes.

Nach Rumsfelds Einschätzung könnte die internationale Gemeinschaft rund 10.000 Soldaten aufbringen, um die 140.000 US-Truppen im Irak zu unterstützen. Trotz der Serie von Bombenanschlägen in den vergangenen Tagen sei es nicht erforderlich, weitere amerikanische Soldaten nach Irak zu schicken, sagte der Minister. Es sei besser, irakische Sicherheitskräfte - derzeit rund 50.000 - zu trainieren und auszurüsten.

Colin Powell sagte, er habe den Resolutionsentwurf bereits mit Bundesaußenminister Joschka Fischer und mit den Außenministern Frankreichs, Großbritanniens und Russlands sowie mit Uno-Generalsekretär Kofi Annan besprochen. Powell bestritt, dass es sich um eine Richtungsänderung des Weißen Hauses handle. Präsident George W. Bush habe stets betont, dass es sich um eine internationale Operation handle.

"Alarmierende Meldungen" über Lage der US-Truppe

Laut einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" wächst inzwischen der Druck auf die deutsche Bundesregierung, ebenfalls einen militärischen Beitrag im Irak zu leisten. Nato-Generalsekretär George Robertson bedränge die Bundesregierung beinahe wöchentlich, sich einem Militärkommando unter Nato-Flagge im Irak nicht zu entziehen, berichtete die "Leipziger Volkszeitung" unter Berufung auf die Bundeswehr-Führung. Die Bundesregierung erhalte "geradezu alarmierende Meldungen" über die angespannte Lage der US-Armee im Irak, hieß es unter Bezug auf Kabinettskreise. Es werde nicht mehr lange dauern, bis die Verantwortlichen "auf Knien" um Unterstützung bäten.

Dagegen verwies ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Mittwochabend auf die unveränderte Position der Bundesregierung. Sie bleibe unabhängig von einer möglichen neuen Uno-Resolution bei ihrem Nein zu einem militärischen Engagement im Irak.

"Meine Regierung hat keine Pläne für ein militärisches Engagement im Irak", hatte der Bundeskanzler Gerhard Schröder zuvor bereits beim Bundeskongress der SPD-Arbeitsgruppe 60 plus in Halle bekräftigt. Deutschland helfe schon in vielen Bereichen der Welt, sagte Schröder mit Blick auf die Ausweitung des Engagements in Afghanistan.

Unterdessen belaufen sich die Kosten für die Stabilisierung des Iraks nach US-Angaben auf rund vier Milliarden Dollar monatlich. Eine neue Studie des Haushalts-Büros des Kongresses zeigt, dass die bisher bewilligten Gelder zur Finanzierung der US-Truppen im Irak und den Nachbarländern 2004 nicht ausreichen. Derzeit stehen knapp 150.000 amerikanische Soldaten im besetzten Irak. Der Kongress-Studie zufolge seien im kommenden Jahr entweder zusätzlich viele Milliarden Dollar oder aber die Reduzierung der Truppen notwendig.

gruß, mick (bekennender alteuropäer)

mick Offline

Alteuropäer


Beiträge: 1.783

04.09.2003 12:49
#543 RE:Söldner der Lüge Antworten

In Antwort auf:
...obwohl ich mich schon frage, ob jetzt auch wieder zum Boykott seiner Filme aufgerufen wird.

davon kannst du ausgehen. auf unpatriotismus steht die höchststrafe. da mr. depp ja aber hauptsächlich filme abseits des mainstreams macht, muss er sich, anders als mancher kollege, nicht so vor den schwarzen listen der mächtigen hollywood-produzenten fürchten.

gruß, mick (bekennender alteuropäer)

mick Offline

Alteuropäer


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05.09.2003 12:04
#544 RE:Söldner der Lüge Antworten

KELLY-AFFÄRE

Verteidigungsminister Hoon soll gelogen haben

Der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon war anscheinend doch in die Bloßstellung des Waffenexperten David Kelly involviert. Medienberichten zufolge soll Hoon in einer Sitzung bestimmt haben, Kellys Namen zu veröffentlichen. Im Hutton-Untersuchungausschuss hatte er jede Mitverantwortung abgestritten.

London - Nach einem Bericht der "Financial Times" soll Hoon bei dem Treffen am 9. Juli die Preisgabe von Kellys Namen an drei britische Zeitungen abgesegnet haben. Die Enthüllungen stammen von Hoons engstem Berater Richard Taylor, der jetzt als einer der letzten Zeugen vor dem Hutton-Ausschuss aussagte.
Hoon selbst hatte bei seiner Vernehmung vor dem Untersuchungsausschuss Ende August kein Wort über diese Sitzung erwähnt. Der Minister hatte bei seiner Anhörung zwar zugegeben, er habe konsequent gegen Plauderer aus den eigenen Reihen vorgehen wollen. Mit einem Komplott gegenüber Kelly wollte er aber nichts zu tun gehabt haben. Laut "Financial Times" und "Guardian" sei Hoon die treibende Kraft bei der Entscheidung für die Nennung Kellys gewesen. Das Treffen habe sogar im Büro des Verteidigungsministers stattgefunden.

Der Untersuchungsausschuss unter Lordrichter Brian Hutton will die Umstände des Selbstmordes des Waffenexperten David Kelly klären. Dieser hatte sich in einem Wald in Oxfordshire die Pulsadern aufgeschnitten. Kelly soll die Quelle für die Informationen eines BBC-Berichtes gewesen sein, in dem der Regierung vorgeworfen wurde, Geheimdienstberichte über die Waffensysteme des Irak aufgebauscht zu haben.


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gruß, mick (bekennender alteuropäer)

mick Offline

Alteuropäer


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05.09.2003 12:08
#545 RE:Söldner der Lüge Antworten

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Bush in der Irak-Falle

Neuer Streit mit dem alten Europa

Die Amerikaner wünschen sich angesichts immer neuer Anschläge im Irak zwar Hilfe, möchten dort aber weiter eine dominierende Rolle einnehmen. Doch erneut will das "alte Europa" nicht mitspielen, wie Jacques Chirac und Gerhard Schröder in Dresden klarstellten. Washington kündigte an, deren Vorschläge zu prüfen.


Bagdad - US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat ganz genaue Vorstellungen, wie seine Truppen im Irak entlastet werden und wie die Verteilung der Macht aussehen soll. "In dem Maße, wie sich die Länder mit Truppen, Unterstützung und Geld engagieren, sitzen sie mit am Tisch. Sie haben die Gelegenheit, mit uns und den Irakern zusammenzuarbeiten", sagte er.

Noch mehr US-Soldaten sollen auf keinen Fall in das Zweistromland geschickt werden, zumal das Engagement Washington immer teurer kommt. Das Weiße Haus will im Kongress weitere 60 bis 70 Milliarden Dollar für die Stabilisierung beantragen, berichtete die "Washington Post" - praktisch doppelt so viel, wie der Kongress erwartet habe. Deshalb sollen durch eine neue Uno-Resolution andere Staaten ins Boot geholt werden, aber immer unter einem dominanten US-Mandat. Das stellte Außenminister Colin Powell unmissverständlich klar.


Aber Frankreich und Deutschland wollen dieses Spiel nicht mitspielen. Im Sicherheitsrat wird es wohl erneut heftige Debatten geben. Bundeskanzler Gerhard Schröder und der französische Staatspräsidenten Jacques Chirac nannten die neue Uno-Resolution, die vermutlich am Freitag eingebracht werden wird, bei einem Treffen in Dresden "nicht dynamisch und nicht ausreichend genug".

Die USA reagierten auf die Ablehnung ihres Entwurfs durch Deutschland und Frankreich zurückhaltend. Er habe gerade einen ersten Bericht zu den Äußerungen von Schröder und Chirac erhalten und wolle ihn nun prüfen, sagte Außenminister Colin Powell. Er glaube, dass der Entwurf so formuliert sei, dass er die Besorgnisse, die Chirac und Schröder in der Vergangenheit geäußert hätten, mit berücksichtigt habe. Wenn sie Vorschläge hätten, dann seien die USA gerne bereit, diese anzuhören.

Bundesverteidigungsminister Peter Struck stellte ebenfalls klar, dass der Uno-Vorstoß nichts an der deutschen Position zu einem Bundeswehr-Einsatz ändere: "Nach unseren Informationen wollen die USA Oberbefehlshaber bleiben. Deshalb gibt es keinen Grund, über ein deutsches Engagement zu diskutieren."

Deshalb muss US-Präsident George W. Bush vorerst nur auf Hilfe seines treuesten Freundes bauen: Tony Blair. Der britische Premier erwägt eine Ausweitung des Truppenkontingents. Noch sei zwar keine Entscheidung gefallen, teilte er mit. Aber sein Verteidigungsminister Geoff Hoon ordnete bereits eine Überprüfung der Truppenstärke seines Landes im Irak an. Derzeit sind 11.000 Soldaten im Irak stationiert. Außenminister Jack Straw hatte zuvor bereits die Entsendung von weiteren 5.000 Mann nach Irak angeregt. Rumsfeld, der Frankreich und Deutschland bei der Diskussion über den Irak-Krieg als "altes Europa" bezeichnet hatte, hat aber noch einen anderen Plan in der Tasche. Es mache keinen Sinn, das Land mit weiteren US-Truppen zu überfluten, sagte er bei einem Besuch in Bagdad. Stattdessen müssten die irakischen Sicherheitskräfte aufgestockt werden. "Es ist ihr Land, und sie müssen letztendlich für Sicherheit in dem Land sorgen", sagte Rumsfeld nach Angaben des Nachrichtensenders CNN.

gruß, mick (bekennender alteuropäer)

prankster Offline

NHL-Legende

Beiträge: 4.115

05.09.2003 12:53
#546 RE:Söldner der Lüge Antworten

In Antwort auf:
Die Amerikaner wünschen sich angesichts immer neuer Anschläge im Irak zwar Hilfe, möchten dort aber weiter eine dominierende Rolle einnehmen.

tja, man kann nicht alles haben!!!!!


p.s. ich wünsch mir ein goldenes krönchen

mick Offline

Alteuropäer


Beiträge: 1.783

05.09.2003 13:14
#547 RE:Söldner der Lüge Antworten

bitte sehr:



gruß, mick (bekennender alteuropäer)

Tapeworm Offline

Nationalspieler


Beiträge: 477

05.09.2003 16:34
#548 RE:Söldner der Lüge Antworten

stern.de

Interview

stern: Johnny Depps Kritik an Amerika korrekt zitiert

Für großen Wirbel sorgt ein Interview des US-Schauspielers Johnny Depp, 40, in der aktuellen Ausgabe des Hamburger Magazins stern, in dem er die USA mit den Worten kritisiert: "Amerika ist wie ein dummer Welpe. Mit großen Zähnen. Er kann dich beißen und verletzen. Ein aggressives Land." Weltweit von Nachrichtenagenturen über Zeitungen wie die "New York Times" bis zu Online-Diensten wie CNN.com berichteten Medien über Depps US-Kritik.

Inzwischen distanzierte sich Depp in den USA von seinen Äußerungen: "Was ich sagte war, dass Amerika verglichen mit Europa ein sehr junges Land ist und dass wir als Nation noch wachsen." Es habe sich nicht um anti-amerikanische Gesinnung gehandelt. "Ich bin Amerikaner. Ich liebe mein Land, und ich setze große Hoffnungen in das Land. Aus diesem Grund spreche ich offen und manchmal kritisch darüber. Ich entschuldige mich zutiefst bei denen, die gekränkt, betroffen oder verletzt wurden von dieser unsinnig verdrehten Verzerrung meiner Worte und Absicht."

Der stern bedauert, dass Johnny Depp für seine offenen Worte in seiner Heimat heftig kritisiert wird. Der stern bleibt bei seiner Darstellung. Johnny Depp wurde korrekt zitiert.

Meldung vom 05. September 2003
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prankster Offline

NHL-Legende

Beiträge: 4.115

05.09.2003 16:49
#549 RE:Söldner der Lüge Antworten

@mick

danke !!!


p.s. hast du neulich den bericht/dokumentarfilm von michael moore über die großen konzerne und die gewerkschaften in ami-land gesehen. kommt die tage wohl noch mal auf "arte". war echt interessant und teilweise auch witzig

mick Offline

Alteuropäer


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08.09.2003 13:52
#550 RE:Söldner der Lüge Antworten

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Rede an die Nation

Bush will offenbar weitere Milliarden für Irak-Einsatz

Angesichts der prekären Lage im Irak zieht US-Präsident George W. Bush Bilanz. Vor der mit Spannung erwarteten Rede an die Nation zur Lage im Irak sind die Anschläge auf amerikanische Truppen dort merklich zurückgegangen.

New York/Nadschaf - Es habe in den vergangenen 24 Stunden 13 Anschläge auf Soldaten der Alliierten gegeben, dabei sei jedoch niemand getötet oder verletzt worden, sagte Militärsprecher Oberstleutnant George Krivo am Sonntag. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte am Vortag eingeräumt, die Sicherheitslage in Irak sei noch nicht zufrieden stellend.
Rumsfeld wies gut eine Woche nach dem blutigen Bombenanschlag in Nadschaf Vorwürfe gegen die Besatzungstruppen in Irak zurück. Anstatt mit dem Finger auf die Truppen zu zeigen, sollten die Iraker Verantwortung für ihre Sicherheit übernehmen und Informationen an die Streitkräfte weitergeben, sagte der Minister. Eine mögliche Verstärkung der US-Truppen in Irak lehnte Rumsfeld ab.
Angesichts der schwierigen Situation im Irak und zunehmender Kritik an seinem Kurs wollte sich Bush am Sonntagabend Ortszeit in einer Fernsehansprache an die Nation wenden. Wie ein Präsidentensprecher in Washington ankündigte, wollte Bush die bisherige Entwicklung bilanzieren und notwendige künftige Schritte aufzeigen. Aus Kreisen des Kongresses verlautete, Bush wolle das Parlament um die Bereitstellung weiterer Gelder im Umfang bis zu 80 Milliarden Dollar bitten.
Unterdessen zeigten sich die USA nach ersten Beratungen im Weltsicherheitsrat über ihren umstrittenen Resolutionsentwurf zu Irak kompromissbereit. Der Entwurf sieht vor, die Uno stärker am Wiederaufbau Iraks zu beteiligen, das militärische und zivile Kommando jedoch in amerikanischer Hand zu belassen. US-Botschafter John Negroponte erklärte, der eingebrachte Entwurf sei lediglich ein Arbeitspapier. US-Außenminister Colin Powell bot Anpassungen im Text an.
Die EU-Außenminister bemühten sich im Streit um das weitere Vorgehen in Irak um eine einheitliche Linie. Zum Abschluss von zweitägigen Gesprächen in Riva del Garda sagte der französische Ressortchef Dominique de Villepin am Samstag: "Alle haben den Wunsch, einen Kompromiss zu finden." Bundesaußenminister Joschka Fischer sagte, mit dem jüngsten US-Vorstoß zu einer Uno-Resolution sei Bewegung in die Krise gekommen. Er habe Powell konkrete Vorschläge gemacht, wie sich die Bundesregierung eine neue Resolution vorstelle.


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Presseschau

"Bush-Rede anmaßend"


Die amerikanischen Zeitungen diskutieren über die Rede von US-Präsident Bush, in der er die Uno-Mitgliedstaaten aufrief, sich stärker im Irak zu engagieren. Einige Kommentatoren kritisieren den Ton von Bush rufen dazu auf, noch mehr auf die Uno zuzugehen. Andere wiederum zweifeln den Erfolg einer Uno-Kontrolle im Irak an.

"New York Times":

"Washington war dazu gezwungen, zuzugeben, dass es den Irak allein nicht sichern kann und dringend mehr Hilfe von den Vereinten Nationen braucht. Noch weigert sich die Regierung, als notwendigen Preis dafür eine breite UN-Autorität für den Wiederaufbau von Iraks Institutionen und seiner Wirtschaft zu akzeptieren. Es scheint ein wenig anmaßend, den Uno-Mitgliedern zu sagen, dass sie eine "Verantwortung" haben, sich mit an den Tisch zu setzen, wenn man bedenkt, dass Bush bei der Invasion ihre Bedenken ignorierte. Die Vereinigten Staaten müssen mit Frankreich, Deutschland und Russland über die Verstärkung der friedenserhaltenden Kräfte und eine größere finanzielle Beteiligung an den enormen Wiederaufbaukosten realistisch verhandeln."

"Washington Post":

"Die USA wollen, dass der Irak zu einem föderalen, friedlichen und demokratischen Staat wird, der die Rechte von Frauen und Minderheiten respektiert. Die Übergabe der Kontrolle an eine internationale Organistation, deren Mitglieder diese Werte zu einem großen Teil nicht hochhalten, würde einen Erfolg (im Irak) nicht gerade wahrscheinlicher machen. Doch die USA sind bei der Besetzung des Iraks noch weit von ihrem Ideal entfernt. In der Nachkriegszeit sind sie auf viele Herausforderungen gestoßen, die die Regierung nicht vorausgesehen hat. Eine Teilung der Autorität (mit den Vereinten Nationen) wird an diesen Herausforderungen nichts ändern. Andere Länder werden nicht genug Truppen stellen oder Geld aufbringen, um Amerikas Lasten zu verringern. Aber sie könnten dabei helfen, dass diese Lasten nicht noch schwerer werden, als sie (Präsident) Bush in der vergangenen Nacht beschrieben hat."

gruß, mick (bekennender alteuropäer)

mick Offline

Alteuropäer


Beiträge: 1.783

08.09.2003 13:54
#551 RE:Söldner der Lüge Antworten

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Interview

"Eine einzige Katastrophe"

Thronanwärter Ali Ibn al-Hussein, 48, über die Verdienste und Fehler der Amerikaner im Irak


SPIEGEL: Hoheit, Sie beanspruchen den irakischen Thron, obwohl die Monarchie schon vor 45 Jahren hinweggefegt wurde und Sie und die übrigen Mitglieder der Königsfamilie seitdem im Ausland leben.

Ali: Der Sturz der Monarchie war kein Volksentscheid, sondern das Werk einer Gruppe von Offizieren. Das Volk hatte damals niemand um seine Meinung gefragt. Dass die Königsfamilie ins Exil ging, war eine Überlebensfrage.

SPIEGEL: Sie waren von den Ereignissen im Irak abgeschnitten, den Sie nun regieren wollen.

Ali: Es gab schrecklich viele Iraker, die sich ins Ausland absetzen mussten: Politiker, Kaufleute und Unternehmer - ein großer Teil der Bevölkerung. Wir hielten aber immer engen Kontakt mit der Heimat und waren stets auf dem Laufenden.

SPIEGEL: Sie wollen also die königliche Klammer sein, die Araber und Kurden, Schiiten, Sunniten und Christen zusammenhält?

Ali: Ich lasse mich nicht von romantischen Wunschvorstellungen oder Ideologien leiten. Ich setze auf ein pragmatisches Modell, das am ehesten geeignet ist, die Würde des Bürgers zu wahren, die Demokratie zu festigen und gleichzeitig das Zusammengehörigkeitsge-

fühl der Iraker zu stärken. Unser Volk sollte schnellstens in die Lage versetzt werden, über seine Zukunft selbst zu entscheiden und die dafür notwendigen Weichen zu stellen.

SPIEGEL: Nun gibt es ja schon einen von US-Chefverwalter Paul Bremer berufenen Regierungsrat, der den Weg dafür ebnet.

Ali: Wir waren von Anfang an der Meinung, dass ein von Amerika handverlesener provisorischer Regierungsrat kein guter Auftakt für einen demokratischen Neuanfang sein konnte. Die Mitglieder des provisorischen Regierungsrats wurden von den Amerikanern kurzerhand ernannt, und die Entscheidungen des Regierungsrats werden vom Ziviladministrator persönlich kontrolliert.

SPIEGEL: Werden Sie mit der soeben vom Rat ernannten Regierung zusammenarbeiten?

Ali: Auch diese Ministerriege ist nicht vom Volk gewählt. Sie sind daher keine Repräsentanten rechtmäßiger Institutionen. Deswegen macht eine Zusammenarbeit keinen Sinn. Wir haben keine Zeit zu verlieren, die Wahlen müssen sofort ausgeschrieben werden. Wie viele Attentate sollen noch stattfinden, ehe sich etwas bewegt?

SPIEGEL: Welche Folgen hat denn die Ermordung von Ajatollah Hakim?

Ali: Wer so etwas in Auftrag gibt, legt es auf konfessionelle Spaltung im Irak an. Für mich ist das ein Argument mehr, den Menschen eine demokratisch legitimierte konstitutionelle Monarchie anzubieten, welche Sunniten, Schiiten und die sunnitischen Kurden als völlig gleichwertige Staatsbürger behandelt.

SPIEGEL: Treffen Sie den amerikanischen Statthalter regelmäßig?

Ali: Ich unterhalte kontinuierliche Kontakte zu ihm. Unsere Beziehungen zu den Amerikanern sind im Grunde sehr gut; wir danken ihnen natürlich dafür, dass sie uns von der Diktatur befreit

haben. Leider haben die Amerikaner noch immer keine klare Politik vorweisen können. Mir ist jedenfalls bislang noch von keinem amerikanischen Plan etwas zu Ohren gekommen.

SPIEGEL: Angestrebt werden Sicherheit, Demokratie und Toleranz.

Ali: Bremer tut wohl wirklich sein Bestes, um eine äußerst komplizierte Lage in den Griff zu bekommen. Aber erreicht hat er herzlich wenig. Die Sicherheitslage ist heute schlimmer als je zuvor. Es ist ein Unding, dass eine Besatzungsmacht, die nichts im Griff hat, noch immer keine irakische Mitbeteiligung duldet. Auch die Wirtschaft liegt am Boden. Den Irakern geht es schlechter als zuvor, die Arbeitslosigkeit grassiert, ganze Ministerien wurden ersatzlos abgeschafft und die Beamten entlassen. Selbst die Bürokratie, die ein Staatswesen nun einmal braucht, existiert nicht mehr.

SPIEGEL: Haben Sie ein Rezept, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen?

Ali: Das Verhalten der Besatzungsmacht ist eine einzige Katastrophe. Das sollten sie erst einmal zugeben. Sie sollten beherzigen, dass wir ein freies Land und ein Gründungsmitglied der Vereinten Nationen sind, sie sollten die Iraker respektieren. Und es ist auch nicht fair, die armen Jungs aus New York und Kalifornien in den Tod zu schicken.

SPIEGEL: Erste Priorität ist nach wie vor die Verbesserung der Sicherheitslage?

Ali: Vieles wäre ebenso wichtig. Doch jetzt sind wir so weit, dass die einzige Aufgabe, der sich die Besatzer widmen, darin besteht, ihre Truppen zu schützen. Das ist doch pervers.

SPIEGEL: Aber auch die Iraker können da wenig tun.

Ali: Solange es keine Polizei und Sicherheitskräfte gibt, die den Namen verdienen, wohl kaum. Aber Abhilfe könnte geschaffen werden: mit Truppen aus den arabischen und islamischen Ländern, die Rücksicht auf gemeinsame Traditionen nehmen. Sie sollten unter dem Oberkommando der Uno schnellstens zum Einsatz kommen.

SPIEGEL: Die Amerikaner werden ihren Gestaltungsspielraum kaum an die Vereinten Nationen abtreten.

Ali: Sie werden es bald tun müssen, weil sie sich immer tiefer in eine ausweglose Position manövriert haben.

INTERVIEW: OLAF IHLAU, VOLKHARD WINDFUHR



gruß, mick (bekennender alteuropäer)

mick Offline

Alteuropäer


Beiträge: 1.783

08.09.2003 17:24
#552 RE:Söldner der Lüge Antworten

Anti-Terror-Krieg

Agenten statt Architekten

87 Milliarden Dollar möchte US-Präsident Bush nächstes Jahr für den Irak und Afghanistan ausgeben. Wie er in seiner Rede an die Nation erklärt hat, sollen davon drei Viertel für "laufende Militär- und Geheimdienstoperationen" ausgegeben werden. Die restlichen 21 Milliarden will er in den Wiederaufbau investieren.

Bush hat von der internationalen Gemeinschaft gefordert, sich finanziell am Wiederaufbau im Irak zu beteiligen. "Europa, Japan und Staaten im Nahen Osten werden alle vom Erfolg der Freiheit in diesen beiden Ländern profitieren, und sie sollten auch zu diesem Erfolg beitragen", sagte er am Sonntagabend in einer Fernseh-Ansprache. Er verwies auf die Vergangenheit, in der die USA bereits Ähnliches geleistet hätten:

"Wir haben Japan und Deutschland wieder aufgebaut"
"Nach dem Zweiten Weltkrieg haben wir die besiegten Nationen Japan und Deutschland wieder aufgebaut und sind ihnen zur Seite gestanden, als sie repräsentative Regierungen aufgebaut haben. Wir haben diesem Ziel Jahre und Finanzmittel gewidmet", sagte Bush.

Der US-Präsident kündigte an, er werde beim Kongress 87 Milliarden Dollar (79,8 Milliarden Euro) beantragen, um die Einsätze im Irak und in Afghanistan im kommenden Jahr zu finanzieren. Von dem beantragten Geld sollten 66 Milliarden Dollar für "laufende Militär- und Geheimdienstoperationen in Irak, Afghanistan und anderswo" ausgegeben werden. Die Summe soll die erwarteten Kosten für das Jahr 2004 decken. Der Rest des Geldes sei für den Wiederaufbau des Iraks und Afghanistans bestimmt.

Bush machte in seiner Ansprache keine Angaben dazu, wie die 87 Milliarden Dollar zwischen dem Irak und Afghanistan aufgeteilt werden sollten. Vor der Rede hatten US-Medien berichtet, nur eine Milliarde Dollar solle nach Afghanistan fließen.

Irak und der Nahe Osten seien entscheidend für den Sieg im internationalen Kampf gegen den Terror. "Der Nahe Osten wird entweder ein Ort von Fortschritt und Frieden werden, oder er wird ein Exporteur von Gewalt und Terror, der weitere Menschenleben in Amerika und anderen freien Staaten fordert." Zugleich mahnte Bush seine Landsleute zur Geduld.

"Langer Krieg an vielen Fronten"
"Vor zwei Jahren habe ich dem Kongress und dem Land erklärt, dass der Krieg gegen den Terror ein langer Krieg werden würde, der an vielen Fronten ausgefochten würde. Irak ist jetzt die Hauptfront", sagte der US-Präsident. Die Feinde der Freiheit führten dort einen verzweifelten Kampf, dort müssten sie geschlagen werden.

"Das wird Zeit brauchen und Opfer erfordern. Doch wir werden alles tun, was nötig ist, wir werden ausgeben, was nötig ist, um diesen notwendigen Sieg im Krieg gegen den Terror zu gewinnen, um die Freiheit voranzutreiben und um unsere eigene Nation sicherer zu machen", sagte der Präsident.

"Eine der humansten Militäraktionen in der Geschichte"
Im Irak, wo das Regime Terror unterstützt, Massenvernichtungswaffen besessen und eingesetzt habe und zwölf Jahre lang Forderungen des Sicherheitsrats missachtet habe, habe die Kriegskoalition diese Forderungen durchgesetzt. Bush bezeichnete die Militäraktion als "eine der schnellsten und humansten in der Geschichte".

Die gegenwärtige Zahl von 130.000 Soldaten im Irak sei ausreichend, doch würden weitere ausländische Truppen benötigt. Zwei multinationale Divisionen, geführt von Großbritannien und Polen, seien im Irak im Einsatz, amerikanische Kommandeure hätten eine dritte gefordert. Er habe Außenminister Colin Powell angewiesen, sich um eine Resolution des UN-Sicherheitsrates zu bemühen, die die Entsendung weiterer Truppen ermögliche.

Unter Bezug auf Frankreich, Deutschland und Russland sagte Bush, "nicht alle unserer Freunde haben mit unserer Entscheidung, Saddam Hussein zu entmachten, übereingestimmt. Aber wir können vergangene Differenzen nicht unsere Pflichten in der Gegenwart beeinträchtigen lassen." Die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen hätten die Möglichkeit und eine Verpflichtung, eine größere Rolle bei der Demokratisierung des Iraks zu übernehmen.

Vernichtung der Terroristen und Schaffung eines freien Iraks
Die US-Strategie im Irak habe drei Ziele: die Vernichtung der Terroristen, die Unterstützung anderer Länder zur Schaffung eines freien Iraks zu gewinnen und den Irakern dabei zu helfen, die Verantwortung für ihre eigene Verteidigung und ihre eigene Zukunft zu übernehmen.

Der Irak werde von Anhängern des gestürzten Machthabers Saddam Hussein und von Terroristen aus dem Ausland im Griff gehalten. "Wir wissen nicht sicher, inwieweit diese beiden Gruppen zusammenarbeiten. Wir wissen aber, dass sie ein gemeinsames Ziel haben: Irak wieder in die Tyrannei zurückzuführen."

15 Minuten Fernseh-Ansprache
Bushs 15-minütige Rede an die Nation war die erste, seit der US-Präsident am 1. Mai an Bord eines Flugzeugträgers das Ende der Hauptkampfhandlungen in Irak verkündete. Seitdem wurden zwischen Euphrat und Tigris 149 US-Soldaten getötet, insgesamt kamen seit Beginn der Kämpfe im März 287 US-Soldaten ums Leben. In den USA gerät Bush deswegen immer stärker unter Druck.

Am Donnerstag warfen ihm mehrere demokratische Präsidentschaftskandidaten vor, amerikanische Truppen unnötig in Gefahr gebracht und befreundete Staaten gegen die USA aufgebracht zu haben. Am Mittwoch hatte die Bush-Regierung erstmals die Vereinten Nationen um militärische Unterstützung im Irak gebeten.

(sueddeutsche.de/AP/AFP)

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gruß, mick (bekennender alteuropäer)

prankster Offline

NHL-Legende

Beiträge: 4.115

08.09.2003 18:01
#553 RE:Söldner der Lüge Antworten

In Antwort auf:
Am Mittwoch hatte die Bush-Regierung erstmals die Vereinten Nationen um militärische Unterstützung im Irak gebeten.

die vereinten nationen sollten der bush-regierung was husten; wer sich die suppe einbrockt, soll sie auch auslöffeln!

bigfoot49 Offline

Titel gesucht
Co-Admin

Beiträge: 11.081

08.09.2003 18:15
#554 RE:Söldner der Lüge Antworten

WAs hat Clinton saniert hat ruiniert Bush wieder...

mick Offline

Alteuropäer


Beiträge: 1.783

09.09.2003 11:37
#555 RE:Söldner der Lüge Antworten

In Antwort auf:
p.s. hast du neulich den bericht/dokumentarfilm von michael moore über die großen konzerne und die gewerkschaften in ami-land gesehen. kommt die tage wohl noch mal auf "arte". war echt interessant und teilweise auch witzig

hab ich gestern aufgenommen. moore ist u.a. auch deshalb so klasse, weil die von ihm interviewten ihn grundsätzlich unterschätzen. das macht sie offen und sie geben ausversehen ehrliche antworten...

gruß, mick (bekennender alteuropäer)

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