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Dieses Thema hat 614 Antworten
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 Lions-Stammtisch
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mick Offline

Alteuropäer


Beiträge: 1.783

30.10.2003 17:20
#601 RE:Söldner der Lüge Antworten

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Regierungsauftrag

US-Forscher züchten tödliche Pockenviren

Nach der Wiederbelebung der Spanischen Grippe hat die US-Regierung jetzt eine extrem aggressive Variante eines Pockenerregers züchten lassen. Gegen das genmanipulierte Virus war in Experimenten keine Impfung möglich.

Die Labormäuse hatten keine Chance. Das Mauspockenvirus, das Mark Buller von der University of St. Louis in Washington genetisch konstruiert hatte, raffte jedes der infizierten Tiere dahin - selbst diejenigen, die zuvor geimpft worden waren. Mauspocken können nach bisherigen Erkenntnissen nicht auf den Menschen überspringen - auch wenn die Gründe dafür vollkommen unbekannt sind. Buller aber veränderte auf die gleiche Art auch Rinderpockenviren, wie das Wissenschaftsmagazin "New Scientist" berichtet. Und die können sowohl verschiedene Tierarten als auch den Menschen befallen.

Buller betonte auf einer Bio-Sicherheitskonferenz in Genf, dass seine gentechnisch modifizierten Pocken nur Mäuse infizieren würden - und rechtfertigte seine Forschung mit dem Argument, man müsse gegen mögliche derartige Entwicklungen von Bioterroristen gewappnet sein. Mit der gleichen Begründung hatten Forscher der US-Armee Anfang Oktober die Wiederbelebung der Spanischen Grippe verteidigt, die zwischen 1918 und 1920 Schätzungen zufolge 20 bis 40 Millionen Menschen weltweit tötete.

"Inhaltlich überflüssig und gefährlich"

Kritiker halten die Arbeiten an Maus- und Rinderpocken für inhaltlich überflüssig und gefährlich. "Ich habe große Bedenken gegen solche Versuche mit Viren, die auf andere Spezies überspringen können", sagte Ian Ramshaw von der Australian National University in Canberra. Ramshaw hatte mit seinem Team vor zwei Jahren bei der Suche nach einem Impfstoff durch Zufall eine gefährliche Mauspocken-Variante gefunden, die jedoch nicht derart tödlich war wie die von Buller gezielt hergestellte.

Buller und seine Kollegen erzeugten die aggressiven Viren, indem sie ein Gen mit der Bezeichnung IL-4 hinzufügten, das zwar eigentlich zum körpereigenen Abwehrmechanismus gehört, tatsächlich aber das Immunsystem an einer zentralen Stelle abschaltete. Das taten die Forscher sowohl mit dem Maus- als auch mit dem Rinderpocken-Erreger, der auf den Menschen überspringen kann. Kritiker sehen darin die Hauptgefahr, da Impfungen derzeit der einzige Schutz gegen Pocken und verwandte Viren sind. Zudem sind die Erkenntnisse nicht neu. Ramshaw und sein Team zeigten schon 2001 die Wirkung des IL-4-Gens.

Angst vor unberechenbaren Erregern

Ramshaw bezweifelt auch Bullers Beteuerung, dass das IL-4-Protein das menschliche Immunsystem nicht beeinträchtige: Modifizierte Viren könnten sich unberechenbar verhalten, warnte der Forscher. "Man kann nur hoffen, dass die neue Kombination nur bei Mäusen wirkt."

Zwar räumte Ramshaw ein, dass Bullers Pockenviren offenbar nicht ansteckend seien und sich keine weltweite Epidemie entwickeln könne. Allerdings könne niemand garantieren, dass dies auch für künftige Pockenviren gelte, wenn sie auf ähnliche Weise modifiziert werden. Zudem seien gerade nicht übertragbare Pockenviren für Bioterroristen möglicherweise reizvoll, denn so könnte die Krankheit nicht auf sie selbst zurückfallen, sondern nur ausgewählte Opfer treffen.

Ungeachtet der Kritik hält das Pentagon an der Virenforschung fest: Die US-Armee will den genmanipulierten Rinderpocken-Erreger demnächst im Forschungsinstitut für Infektionskrankheiten in Fort Detrick testen. Als Teilnehmer der Genfer Bio-Sicherheitskonferenz die Notwendigkeit solcher Experimente in Frage stellten, kam aus dem Zuschauerraum ein Zwischenruf: "Nine-eleven".


gruß, mick

mick Offline

Alteuropäer


Beiträge: 1.783

31.10.2003 16:25
#602 RE:Söldner der Lüge Antworten

quelle

"Ich vertraue meinem Präsidenten, dass er das Richtige tut. Wenn er uns belogen hätte, wäre ich sehr wütend. Das wäre nicht richtig."

Volker Happe, Monitor, spricht: "Zwei Jahre liegen die Attentate des 11. September zurück. Bis heute gibt es keinerlei Beweise, dass der Irak in die Terroranschläge auf das World Trade Center und das Pentagon verwickelt war. Dennoch begründete die Bush-Administration den Irak-Krieg auch mit dem Hinweis auf die Terrorakte in New York und Washington, und zwar schon kurze Zeit nach dem Anschlag. Kurz vor dem zweiten Jahrestag liegen nun neue Erkenntnisse vor: Die US-Regierung nahm die Terroranschläge zum Anlass und zimmerte unter Täuschung der Weltöffentlichkeit und der eigenen Bevölkerung an einem Masterplan, der nur ein einziges Ziel verfolgte: den Irak militärisch zu besetzen.

Ein Bericht von Karin Führ, Georg Restle und John Goetz."

Ground Zero in New York - wo das World Trade Center stand - zwei Jahre nach dem Anschlag. Auf einer Tafel "Die Helden des 11. September, 2001", die Opfer des Attentats. Mehr als 2800 Namen. Einer von ihnen Jason Sekzer. Er war 31 Jahre alt und Vizepräsident einer der größten Brokerfirmen der Welt. Für seinen Vater steht der Schuldige an seinem Tod fest: der Irak. Wilton Sekzer will Vergeltung. Er richtet eine Bitte an das amerikanische Militär.

Wilton Sekzer (vorlesend): "Ich frage Sie, könnten Sie bitte den Namen meines Sohnes auf eine Waffe schreiben. Was immer Sie für geeignet halten. Ich würde mich sehr darüber freuen."

Seiner Bitte wird von einem United States Marine Corps entsprochen. Vollzugsmeldung zwei Wochen nach der Anfrage

Wilton Sekzer (liest vor): "Entschuldigen Sie die Verzögerung, aber wir haben alle Hände voll zu tun. Die Bomben stehen nur so kurz am Boden, dass wir kaum Zeit haben, etwas darauf zu schreiben. Die Waffe, auf die sein Name geschrieben worden ist, ist eine 2000 Pfund schwere lasergesteuerte Bombe. Sie ist groß, sie ist hässlich und sie ist immer tödlich, genau so, wie wir sie lieben. Sie wurde in der Nacht des 1. April 2003 auf Ziele östlich von Bagdad abgeworfen."

Wilton Sekzer: "Das ist der Marineflieger, der die Bombe abgeworfen hat. Und hier ist die Bombe. Und hier können Sie an der Seite der Bombe sehen, wo sie geschrieben haben 'in liebender Erinnerung an Jason Sekzer'."

Jasons Rache am Irak. Auch ohne Beweise glaubt Wilton Sekzer, dass der Irak an dem Anschlag auf das World Trade Center schuld ist.

Wilton Sekzer: "Du willst das einfach glauben. Wenn so etwas passiert, und die Militärs und die Politiker erklären dir: Der ist dafür verantwortlich, dann willst du dir doch selbst nicht sagen: Nein das glaube ich nicht, Ihr lügt. Niemand will so was seiner Regierung unterstellen. Du willst doch sagen: Wenn meine Regierung das sagt, dann lasst uns losschlagen."

Die Nacht, in der eine der vielen amerikanischen Bomben den Namen Jason Sekzer trägt. Explosionen, Opfer. Am Ende des Krieges werden Tausende Iraker tot sein. Die Rache für den 11. September? Immer wieder war dies das zentrale Motiv in den Kriegsreden des US-Präsidenten, auch zum offiziellen Kriegsende.

George W. Bush, 1. Mai 2003: "Die Schlacht im Irak war ein Sieg im Kampf gegen den Terrorismus, der am 11. September begonnen hat. Die Befreiung des Irak war ein entscheidender Schritt im Kampf gegen den Terror. Wir haben einen Verbündeten von Al Quaida beseitigt. Und eine Finanzierungsquelle des internationalen Terrorismus trocken gelegt."

Saddam Hussein, ein Alliierter von bin Laden und deshalb schuldig am Attentat auf das World Trade Center, wie der amerikanische Präsident behauptet? Selbst die eigenen Geheimdienste der US-Regierung weisen dies zurück.

Greg Thielman, ehem. US-Geheimdienstchef, US-Außenministerium: "Präsident Bush sprach über die Verbindung des irakischen Regimes und Osama bin Laden und Al Quaida. Präsident Bush erklärte am 1. Mai bei der Landung auf dem Flugzeugträger, dass wir einen Verbündeten von Osama bin Laden vernichtet hätten. Ich kenne wirklich keinen einzigen Experten in der US-Administration für Terrorismus, der Osama bin Laden als einen Alliierten von Saddam betrachten würde."

Gleich nach dem Anschlag auf das World Trade Center vermittelt Präsident Bush den Amerikanern Zuversicht und Stärke, die Schuldigen zu finden und zu bestrafen. Doch während die Weltöffentlichkeit noch unter Schock steht, schmieden Bush und seine Berater im Weißen Haus längst an einem Masterplan, der nur ein Ziel kennt: Einen Krieg gegen den Irak und Saddam Hussein.

General Wesley Clark, ehem. Nato-Oberbefehlshaber: "Das war eine konzertierte Aktion im Herbst 2001, die unmittelbar nach dem 11. September gestartet wurde. Es ging darum, den 11. September Saddam anzuhängen. Es kam aus dem Weißen Haus und aus dem Umfeld der Regierung. Am 11.9. erhielt ich einen Anruf, als ich gerade CNN schaute. Sie drängten mich: du musst sagen, dass es da eine Verbindung gibt. Du musst eine Verbindung mit Saddam herstellen. Ich sagte, ich würde das ja tun, aber wo sind eure Beweise. Und ich habe nie einen einzigen Beweis bekommen...."

Keine Beweise, auch nicht im Weltsicherheitsrat, wo US-Außenminister Powell die Welt davon überzeugen will, dass Saddam Hussein verantwortlich ist für die Anschläge des 11. September. Für Powells ehemaligem Geheimdienstchef sind die Motive der US-Regierung klar.

Greg Thielman, ehem. US-Geheimdienstchef, US-Außenministerium: "Der Wunsch, den Irak anzugreifen und das Regime zu beseitigen war schon in den frühen 90ern da, kurz nach dem 1. Golfkrieg. Es gab wohl unmittelbar nach dem 11. September eine Vereinbarung zwischen Vize-Präsident Cheney, Verteidigungsminister Rumsfeld und den anderen, dass dies eine Möglichkeit sei, gegen Saddam vorzugehen, obwohl es keinerlei Verbindung zu den Anschlägen vom 11. September gab."

Die lang gehegten Kriegspläne der so genannten Neokonservativen in der US-Regierung, Vizepräsident Cheney, Verteidigungsminister Rumsfeld und sein Stellvertreter Wolfowitz. Sie sind schwarz auf weiß nachzulesen. Und auch, welche Rolle ein Ereignis wie der 11. September für eine Strategie der Weltherrschaft spielte. In diesem Strategiepapier für ein neues amerikanisches Jahrhundert stehen sie für ein Projekt "Militärische Vormachtstellung Amerikas".

"Dieser Prozess grundlegender Veränderung, selbst wenn er einen revolutionären Wandel bedeutet, wird lange dauern, es sei denn, es tritt eine Katastrophe oder ein anderes beschleunigendes Ereignis ein."

Unterzeichner: Dick Cheney, Donald Rumsfeld, Paul Wolfowitz.

Ein Terroranschlag, der als Alibi für den Weg zur militärischen Vormacht herhalten muss? Ein Terroranschlag, bei dem fast 3000 Menschen starben, der einen Krieg gegen den Irak legitimieren musste?

Greg Thielman, ehem. US-Geheimdienstchef: "In diesem Fall ist es besonders schlimm, weil die USA gerade angegriffen worden waren. Und sehr viele US-Bürger gestorben sind. Jeder würde denken, dass es höchste Priorität haben sollte, die Leute zu finden, die dafür verantwortlich sind. Stattdessen haben einige in der Regierung hier offenbar eine glänzende Gelegenheit gesehen, missliebige Regierungen ins Visier zu nehmen. Anstatt sich darauf zu konzentrieren, die Leute zu kriegen, die gerade die USA angegriffen hatten. Ich bin immer noch schockiert darüber, wie man unmittelbar nach diesen tragischen Anschlägen so reagieren konnte."

Das Grab von Jason Sekzer, Opfer des 11. September. Was bedeutet es für die Weltöffentlichkeit, was bedeutet es für die Amerikaner, was bedeutet es für seinen Vater Wilton, dass der Präsident ihn belogen hat?

Wilton Sekzer: "Ich vertraue meinem Präsidenten, dass er das Richtige tut. Wenn er uns belogen hätte, wäre ich sehr wütend. Das wäre nicht richtig."


gruß, mick

mick Offline

Alteuropäer


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31.10.2003 16:38
#603 RE:Söldner der Lüge Antworten


Aufatmen in den USA: keine schlechten Nachrichten mehr aus dem Irak


gruß, mick

bigfoot49 Offline

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31.10.2003 17:36
#604 RE:Söldner der Lüge Antworten

Zu den Viren kam gestern auch ein Bericht in Monitor...hab ihn allerdings nicht ganz gesehen

bigfoot49 Offline

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01.11.2003 15:09
#605 RE:Söldner der Lüge Antworten

»Spiegel«: GSG 9 im Irak



Bundesinnenminister Otto Schili bei der GSG 9 (Archivbild). Polizisten der Anti-Terror-Einheit sollen im Irak das Leben deutschenr Helfer beschützen.

Berlin (dpa) - Aus Sorge vor Anschlägen auf das Technische Hilfswerk (THW) im Irak setzt das Bundesinnenministerium nach einem »Spiegel«-Bericht nun die Anti-Terror-Einheit GSG 9 zum Schutz der Helfer ein. Das Ministerium bestätigte der dpa am Samstag in Berlin, es seien »besonders qualifizierte Beamte des Bundesgrenzschutzes« entsandt worden.

Näheres wurde mit dem Verweis auf Sicherheitsgründe nichts gesagt. Innenminister Otto Schily (SPD) hatte im September vier THW-Experten in das vom Krieg zerstörte Land geschickt. Sie sollen beim Wiederaufbau des Trinkwassernetzes im Irak helfen.

Die Grenzschutzgruppe 9 (GSG 9) ist ein Spezialverband des Bundesgrenzschutzes zur Bekämpfung des Terrorismus. Weltweit bekannt wurde die Eliteeinheit im so genannten deutschen Herbst 1977, als sie in der somalischen Hauptstadt Mogadischu 86 Geiseln aus einer von Terroristen gekaperten Lufthansa-Maschine befreite. In der Folge wurde die GSG 9 international zu einem Vorbild für eine schnelle Eingreiftruppe.
01.11.2003 dpa


http://www.nrz.de

ps Guck mal einer oben wie die Schily geschrieben haben

Hedge Fund Offline

NHL-Legende


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03.11.2003 16:27
#606 RE:Söldner der Lüge Antworten

Zeitung: Saddam wollte Nodong-Raketen kaufen

Saddam Hussein hat offenbar noch Anfang 2003 versucht, eine Mittelstreckenrakete aus Nordkorea zu kaufen. Der Handel ist schließlich am Druck der USA auf Pjöngjang gescheitert, berichtet die "Washington Post". Das wäre der erste Beweis dafür, dass der Irak versucht hat, gegen die UN-Resolution 1441 zu verstoßen. Die Auflagen untersagten dem Land, Raketen mit einer Reichweite von über 150 Kilometern zu besitzen. Die nordkoreanischen Nodong-Raketen können 1300 Kilometer entfernte Ziele zu treffen.

Pjöngjang wurde Deal zu heiß
Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" war man sich bereits einig. Bagdad hatte zehn Millionen Dollar überwiesen. Dann wurde der Regierung in Nordkorea die Sache aber wohl zu heiß. Irakische Wissenschaftler hatten zuvor berichtet, dass der Irak im Zuge seines Raketenprogramms Teile aus Nordkorea kaufen wollte.

Saddam war sicher, den Krieg zu überleben
Der von den USA festgenommene ehemalige Vize-Premier des Irak, Tarik Aziz, gibt mittlerweile einen tieferen Einblick in rätselhafte Entscheidungen Saddam Husseins. Der irakische Diktator weigerte sich zu Anfang des Krieges, einen Angriff auf die vorrückenden US-Bodentruppen zu führen - er hielt den Vormarsch für eine Finte, berichtet Aziz laut "Washington Post". Das Blatt beruft sich wiederum auf mehrere US-Beamte. Russen und Franzosen hätten Saddam bis zuletzt in Geheimgesprächen versichert, er könne eine Invasion verhindern oder zumindest überstehen.

Zerstreuter und misstrauischer Diktator
Aziz zeichnet in Verhören das Bild eines zu Beginn des Krieges zerstreuten und misstrauischen Diktators, schreibt die Zeitung. Vor allem sei Saddam von den Treffen mit französischen und russischen Unterhändlern in die Irre geführt worden. Diese hätten ihm auch noch Anfang des Jahres versichert, dass sie einen US-geführten Krieg in jedem Fall verhindern würden.


Saddam vertraute Russland und Frankreich
Noch im Krieg hätten sie ihn glauben lassen, einen Waffenstillstand für ihn herauszuholen. Deshalb habe Saddam geglaubt, den Krieg auf jeden Fall unbeschadet überstehen zu können. Azizs Aussagen werfen erneut ein zwiespältiges Licht auf die Geheimverhandlungen der beiden Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats.


Keine Massenvernichtungswaffen
Aziz, der sich am 24. April den US-Behörden gestellt hat, betonte gegenüber den Geheimdiensten, der Irak habe kurz vor dem Krieg keine Massenvernichtungswaffen besessen.


Die Eitelkeit Saddams
Warum hat Saddam dann nicht alle Informationen offen gelegt, wenn er nichts zu verbergen hatte? Warum ließ er die Waffeninspektoren glauben, er verstecke etwas? Aus Eitelkeit und Machtgier, glauben die US-Geheimdienste inzwischen. Verschiedene hochrangige Iraker äußerten laut "Washington Post", Saddam habe Angst gehabt, vor seinen arabischen Nachbarn das Gesicht zu verlieren.


"Minderwertigkeits-Komplex" des Diktators
"Er hatte einen Minderwertigkeits-Komplex", sagte ein Ex-General der Zeitung. "Er wollte, dass die gesamte Region zu ihm als großen Führer aufschaut." Hussein habe bis zu Kriegsbeginn gedacht, die Vereinigten Staaten mit diesem Bluff von einem Angriff abzuschrecken.


Sogar Generäle hereingelegt
Auf Saddams Tricks sind offenbar sogar die eigenen Generäle hereingefallen. US-Beamte berichten von fast wörtlich übereinstimmenden Aussagen der Kommandeure: "Meine Einheit hatte keine Massenvernichtungswaffen, aber die auf meiner rechten oder linken Seite hatte welche." Auf diese Weise habe Saddam Hussein seinen Militärs vorgepiegelt, dass die Armee mit Massenvernichtungswaffen ausgestattet ist.


Jesse Belanger est le meilleur!

mick Offline

Alteuropäer


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06.11.2003 18:12
#607 RE:Söldner der Lüge Antworten

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Geheimverhandlungen

Saddam wollte Last-Minute-Frieden

Es ging um demokratische Wahlen, Waffenkontrollen und die Auslieferung eines Terroristen. In Geheimverhandlungen mit dem Pentagon wollte Saddam Hussein US-Medienberichten zufolge den Irak-Krieg in letzter Minute verhindern. Doch der Deal platzte. Kongressabgeordnete prüfen nun, ob Bush den Frieden leichtfertig aufs Spiel setzte.

Hamburg - Von dem mysteriösen Treffen zwischen Jaymie Durnan, dem engen Vertrauten des stellvertretenden Verteidigungsminister Paul Wolfowitz, und Imad al-Hage, einem reichen libanesisch-amerikanischen Geschäftsmann, berichten "Newsweek" und die "New York Times". Als US-Truppen im März bereits massiv an der irakischen Grenze aufmarschierten, soll der Pentagon-Berater eine Geheimbotschaft von al-Hage erhalten haben: Saddam Hussein biete eine Deal an.

Der Halb-Libanese war angeblich von höchster Stelle beauftragt worden. Der Chef des irakischen Geheimdiensts hatte ihn den Angaben zufolge instruiert, den Amerikanern mit dem Einverständnis Saddam Husseins mitzuteilen, dass der Irak keine Massenvernichtungsmittel besitze. Um dies zu untermauern, bot die irakische Führung amerikanischen Truppen und Wissenschaftlern an, sich selbst vor Ort auf die Suche zu machen.

Als besondere Offerte ans Weiße Haus, so der Geschäftsmann, sei der Irak bereit gewesen, einen Mann auszuliefern, der beschuldigt wird, am Anschlag auf das World Trade Center im Jahre 1993 beteiligt gewesen zu sein. Das Angebot sei sogar so weit gegangen, Wahlen im Irak zu versprechen, die den Namen auch verdienten.

Der vom Irak beauftragte Geschäftsmann soll auch mit dem Büro von Douglas J. Feith, Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Kontakt aufgenommen haben mit dem Anliegen, über geheime Kanäle noch einmal alles zu versuchen, um einen Krieg zu vermeiden. Die Angebote aus dem Irak weckten immerhin genügend Interesse, dass kein Geringerer als der einflussreiche Pentagon-Berater und Kriegsbefürworter Richard Perle al-Hage Anfang März in London traf.

Bei dem Treffen unterbreitete al-Hage Perle die irakische Position und schlug ein Treffen Perles oder eines hochrangigen US-Regierungsmitglieds mit der irakischen Führung vor. "Ich hatte große Zweifel, dass dies zu etwas führen würde", wird Perle in der "New York Times" zitiert. Er sicherte immerhin zu, "mit Leuten in Washington zu reden".

Doch enttäuscht von einer Reihe von gebrochenen Versprechungen und Täuschungen verpuffte das Anliegen al-Hages in Washington.

Unmittelbar nach dem von einem Geheimdienstmitarbeiter der Bush-Regierung vermittelten Gespräch zwischen al-Hage und dem Wolfowitz-Vertrauten Durnan kam es statt eines irakisch-amerikanischen Gipfeltreffens zu einem Zwischenfall am Washingtoner Dulles-Airport. Dort wurde al-Hage festgenommen, weil er eine halbautomatische Feuerwaffe vom Kaliber .45 bei sich hatte und vier Betäubungswaffen. Nachdem er vom FBI verhört worden war, ließ man ihn - wohl weil er einen Diplomatenpass bei sich hatte - in den Libanon ausreisen, wo er später einem Mordanschlag entging.

Das Pentagon wird unterdessen nicht müde, die Annahme als puren Unsinn abzutun, al-Hages Vorschläge hätten den Irak-Krieg verhindern können. Trotzdem stoßen die Vorgänge bei Mitgliedern des Kongresses, wo sich gerade ein Geheimdienstausschuss mit dem Entscheidungsprozess für den Irak-Krieg beschäftigt, auf großes Interesse. Sie wollen der Frage nachgehen, ob das Weiße Haus eine Gelegenheit versäumte, den Krieg gegen den Irak doch noch abzuwenden.

Und sie wollen wissen, ob es geheime Verhandlungen der Regierung gegeben hat - vorbei an der CIA und am Kongress. Die Bush-Regierung verteidigt weiterhin die Aufstellung eines dem Weißen Haus zugeordneten Sonder-Geheimdienstes. Dieser sei eine gute Einrichtung, um Politikern Informationen zukommen zu lassen, die von der CIA oder anderen Geheimdiensten ignoriert würden.

Alexander Schwabe
gruß, mick

bigfoot49 Offline

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06.11.2003 18:43
#608 RE:Söldner der Lüge Antworten

Saddam bot sogar freie Wahlen an

I n letzter Minute hatten Mittelsmänner von Saddam Hussein im Februar über Beirut und Bagdad angeblich verschiedene Angebote gemacht, um einen Krieg doch noch abzuwenden. Der damalige irakische Geheimdienstchef Tahir Habbusch habe den USA über den amerikanisch-libanesischen Geschäftsmann Imad Hage ausrichten lassen, „Tausende Agenten oder Inspektoren“ könnten sich davon überzeugen, dass Irak keine Massenvernichtungswaffen besitze, berichtete der US-Fernsehsender ABC am Mittwochabend (Ortszeit). Hage sagte, er habe mehrmals irakische Geheimdienstvertreter erst in Beirut und dann in Bagdad getroffen.

Die Initiative wurde dem Bericht zufolge Anfang oder Mitte Februar gestartet. Über diesen Kanal habe die irakische Führung außerdem freie, von den UN überwachte Wahlen, Zugeständnisse für amerikanische Ölkonzerne und die Auslieferung des angeblich seit 1994 in Irak inhaftierten El-Kaida-Terroristen Abdul Rahman Jasin angeboten. Der US-Bürger wird wegen seiner Beteiligung am Anschlag auf das New Yorker World Trade Center im Februar 1993 gesucht.

Nach Recherchen des Magazins „Newsweek“ scheiterte die Mission unter anderem daran, dass Hage kurz darauf mit einer scharfen Pistole und vier Schreckschusswaffen am internationalen Flughafen von Washington festgenommen wurde. Weil er aber einen liberianischen Diplomatenpass habe, habe er nach Libanon weiterreisen dürfen. Pentagon-Berater Richard Perle erklärte dem Bericht zufolge, er habe die irakische Initiative nie „besonders ernst“ genommen.

06.11.03, 14:32 Uhr


„Gefesselt in der prallen Sonne“


I n Irak entlassene Häftlinge haben schwere Vorwürfe gegen US-Wärter erhoben, man habe sie wie „Schafe gehalten“. Wer sich quergestellt habe, sei zum Beispiel gefesselt und in die pralle Sonne gelegt worden, zitierte die Nachrichtenagentur AP am Mittwoch kürzlich entlassene Gefangene.

Auch Lebensmittel würden dann zuweilen gekürzt, Die Wärter „respektieren niemanden, ob jung oder alt“, sagte Rahad Naif über seine amerikanischen Aufseher. Zusammen mit seinen beiden Brüdern war der 31-jährige im Juli nach einem Streit mit einem einflussreichen Nachbarn festgenommen worden, Anklage wurde nicht erhoben. Der letzte der drei Brüder kam erst Mitte Oktober wieder frei.

„Sie hielten uns wie Schafe“, sagt der 38-jährige Saad Naif. „Sie schlugen Menschen. Sie demütigten Menschen.“ Sein Bruder Hassan betonte jedoch, dass es auch „gute Menschen“ unter den US-Wärtern gegeben habe. In Camp Cropper nahe dem Bagdader Flughafen habe ein älterer Amerikaner seine Kollegen gerügt, wenn sie Gefangenenrechte nicht respektiert hätten – von den Irakern sei er respektvoll mit dem Ehrentitel Hadschi angesprochen worden.

US-Brigadegeneral Janis Karpinski, der für die Gefangenenlager verantwortlich ist, erklärte, die Gefangenen würden human und fair behandelt.

Rund 5500 Gefangene zählen die US-Truppen, nach Ansicht einiger Juristen und Iraker sind es mehr. Widerstandskämpfer und Funktionäre des Baath-Regimes werden zusammen mit gewöhnlichen Kriminellen und mit Irakern, die gegen die Sperrstunde verstießen, gefangen gehalten.

05.11.03, 19:20 Uhr

http://www.focus.de

bigfoot49 Offline

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06.11.2003 18:46
#609 RE:Söldner der Lüge Antworten

So, folgende drei Postings passen hier mehr als gut rein!!!!!!

Sobald die was sagen sind alle am kuschen.

Und Oli gib mir jetzt den entsprechenden Titel


In Antwort auf:
P O L I T I K

Mitglieder drängen Merkel zu Härte


Hohmann sitzt noch immer in der Unions-Fraktion


I n der CDU mehren sich die Stimmen, die den Fall Hohmann im Gegensatz zur Parteichefin nicht auf sich beruhen lassen wollen. Nach CDU-Vize Jürgen Rüttgers sprach sich auch der Europaabgeordnete und Chef des mitgliederstärksten CDU-Bezirks Ostwestfalen-Lippe, Elmar Brok, für einen Parteiausschluss aus. „Leute wie Herr Hohmann haben keinen Platz in unserer Partei – sie bedienen alte, antisemitische Vorurteile“, sagte er der „Bild"-Zeitung vom Donnerstag.

Zuvor hatte Rüttgers erklärt, dass ihm die Maßnahmen gegen den mit antisemitischen Äußerungen aufgefallenen Parteikollegen nicht ausreichen. Martin Hohmann müsse seine unerträglichen Äußerungen eindeutig zurücknehmen. Er könne nicht erkennen, „dass dies in der notwendigen Klarheit erfolgt ist“.

Wer Juden als „Tätervolk“ bezeichne, „hat in der CDU nichts zu suchen“, sagte Rüttgers. Er habe sich deshalb im CDU-Präsidium für einen klaren Schnitt ausgesprochen. Die CDU-Führung hatte Hohmann für seine Äußerungen offiziell gerügt. Forderungen nach einem Ausschluss Hohmanns wurden zurückgewiesen.

Merkel will endlich Ruhe

„Wir haben hart gehandelt und Konsequenzen bei einer Wiederholung angekündigt“, sagte Angela Merkel am Mittwochabend im ZDF. Der CDU-Vorstand habe mit der Rüge gegen Hohmann auch keinen Zweifel daran gelassen, dass Denkweisen wie die des Abgeordneten nicht geduldet würden. Darüber hinaus gehende Sanktionen lehnte Merkel ab.

Hohmann hatte in einer Rede zum Tag der deutschen Einheit die Juden als „Tätervolk“ bezeichnet.

„Gelegentlich totgeschwiegen“

Der Sprecher des bundeswehrkritischen Arbeitskreises „Darmstädter Signal“, Oberstleutnant a.D. Helmuth Prieß, sieht die Vorgänge um den entlassenen KSK-Chef Reinhard Günzel nicht als Einzelfall. „Rechtsradikale Vorgänge innerhalb der Bundeswehr werden als solche gar nicht wahr- oder ernst genommen und gelegentlich totgeschwiegen. Das geht hoch bis in die Führungsspitze“, sagte er der Hannoveraner „Neuen Presse“ vom Donnerstag. Günzel hatte Hohmanns umstrittene Rede ausdrücklich gelobt.

Genossen hacken auf Union ein

Die Sozialdemokraten unterstellten der CDU unterdessen sogar, sie beherberge in ihren Reihen noch mehr ähnlich Gesinnte wie Hohmann. Er sei „absolut sicher“, dass der CDU-Abgeordnete kein Einzelfall sei, behauptete Fraktionsgeschäftsführer Wilhelm Schmidt. Die SPD vermute, dass sich einige in der Union „deutlichst“ in diese Richtung geäußert hätten. Schmidt riet Unionsfraktionschefin Merkel am Mittwoch dringend, alle Parlamentarier zu überprüfen. Der Geschäftsführer der Grünen-Fraktion, Volker Beck, forderte Merkel erneut auf, nun Hohmann aus der Unions-Fraktion auszuschließen. Es dürfe „keine Toleranz bei Antisemitismus“ und „keine falsche Rücksichtnahme“ geben.

Lobes-Brief machte Hohmann stolz

Die Eitelkeit und der Rechtfertigungsdrang Hohmanns brachten offenbar den Brief Günzels an die Öffentlichkeit. „Bild“ meldete am Mittwoch, der CDU-Bundestagsabgeordnete habe sich geschmeichelt gefühlt, vom Chef der Sondereinheit KSK höchstpersönlich gelobt worden zu sein. Um zu zeigen, dass andere auch so wie er denken, habe er das Schreiben stolz Reportern des ZDF-Magazins „Frontal 21“ präsentiert.

Die TV-Journalisten hätten den Generals-Brief ins Verteidigungsministerium gefaxt. Ressortchef Struck habe bei einem Termin am Handy davon erfahren und gesagt: „Prüft, ob das stimmt. Wenn ja, schmeißen wir ihn raus!“

06.11.03, 18:18 Uhr


http://www.focus.de



bigfoot49 Offline

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06.11.2003 18:46
#610 RE:Söldner der Lüge Antworten

In Antwort auf:
Mittwoch, 5. November 2003
Auf Degussa-Fundament
Droht der Mahnmal-Abriss?

Der Degussa-Konzern ist offenbar auch nach dem Ausschluss vom Bau des Berliner Holocaust-Mahnmals daran beteiligt. "Intensive Recherchen der Degussa haben ergeben, dass der Beton-Verflüssiger von der Degussa-Tochter Woermann Bauchemie stammt", zitiert die "Rheinische Post" einen Degussa-Sprecher. Dieser sei längst verbaut, schreibt das Blatt. Ein Teil der Stelen-Fundamente sei mit dem Betonverflüssiger gegossen worden.

Kompletter Abriss?

Das Kuratorium habe sich dazu nicht äußern wollen. Aus dem Umfeld des Kuratoriums habe es jedoch geheißen, letztlich müsse das Mahnmal abgerissen werden, wenn Degussa wegen ihrer Vergangenheit unerwünscht sei.

Das Kuratorium hatte die Düsseldorfer Degussa als Hersteller des Graffiti-Schutzes für die 2700 Stahlbeton-Stelen vom Bau ausgeschlossen, weil eine Degussa-Tochterfirma in der NS-Zeit das Giftgas "Zyklon B" für die Vernichtung von Juden produziert hatte.
http://www.n-tv.de/5192521.html



bigfoot49 Offline

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06.11.2003 18:47
#611 RE:Söldner der Lüge Antworten

In Antwort auf:
GEFAHR FÜR DEN WELTFRIEDEN"

EU distanziert sich von eigener Umfrage

Peinlich, peinlich: Eine von der EU-Kommission in Auftrag gegebene Umfrage ergab, dass die EU-Bürger in Israel die größte Gefahr für den Weltfrieden sehen. Rang zwei geht an eine etwas andere Achse des Bösen bestehend aus Iran, Nordkorea - und den USA. Nachdem aus Israel scharfe Kritik kam, distanzierte sich Brüssel rasch.

Brüssel - Der amtierende EU-Ratsvorsitzende und italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi verurteilte in einem Telefonat mit seinem israelischen Amtskollegen Ariel Scharon die Umfrage. Er sei "überrascht und empört", teilte Berlusconi nach Angaben seines Amtes Scharon mit. Die gestellte Frage sei "abwegig", und er sei überzeugt, dass es sich beim Ergebnis der Umfrage überhaupt nicht um die tatsächliche Haltung der Europäer gegenüber Israel handele.

Italiens Außenminister Franco Frattini versicherte ebenfalls, die EU habe Israel immer als ein Land gesehen, das fest in demokratischen Werten und Institutionen verankert sei. "Unsere Enttäuschung wird noch größer durch das volle Bewusstsein der Union, dass die israelische Bevölkerung hart von Terrorismus getroffen ist."

Israel und Nordkorea in Deutschland gleichauf

Der israelische Außenminister Silwan Schalom hatte zuvor erklärt, die von der EU-Kommission in Auftrag gegebene Umfrage sei auf unverantwortliche Weise erstellt worden und verzerre die Wirklichkeit.

In der Erhebung sahen 59 Prozent der Befragten in Israel eine Gefahr für den Frieden in der Welt. Israel führte damit die Rangliste der als gefährlich eingeschätzten Staaten noch vor Iran, Nordkorea und den USA mit jeweils 53 Prozent an. In Deutschland sahen sogar 65 Prozent der Befragten in Israel eine Gefahr für den Frieden. Israel lag damit in Deutschland gleichauf mit Nordkorea.

Prodi: Kein Einfluss auf unsere Politik

Schalom distanzierte sich ungeachtet seiner Kritik an der Studie von Äußerungen des israelischen Jerusalem-Ministers Natan Scharansky, der die Umfrage als Beleg dafür sah, dass hinter politischer Kritik an Israel reiner Antisemitismus stehe. "Wie in der Vergangenheit, als Juden als der Satan und schuldig an allem Bösen der Welt beschrieben wurden, macht die aufgeklärte Welt von heute Israel für alle Krankheiten der Welt verantwortlich", hatte Scharansky erklärt.

Schalom sagte dagegen der Zeitung "Haaretz", die Umfrage sei kein Beweis für Antisemitismus. Sie spiegele vielmehr wider, dass in den Medien über Israel mehr berichtet werde als über Iran oder Nordkorea.

Dagegen sagte EU-Kommissionspräsident Romano Prodi in New York, die Umfrage-Ergebnisse deuteten auf eine "anhaltende Voreingenommenheit hin, die zu verurteilen ist". Antisemitismus dürfe nicht toleriert werden. Die Ergebnisse spiegelten nicht die Meinung der EU-Kommission wider und würden auch keinen Einfluss auf ihre Nahostpolitik haben.

"Emotionale Kluft"

Die israelische Vertretung bei der EU erklärte, die Umfrage zeige, wie groß die emotionale Kluft zwischen Israel und Europa sei. Für die Ergebnisse seien auch die Medien verantwortlich, die in ihrer Nahost-Berichterstattung häufig einseitig und emotional berichteten. Israels verzweifelter Kampf um Frieden und Sicherheit für sein Volk ist bis zur Unkenntlichkeit verfälscht worden.

Das Meinungsforschungsinstitut EOS Gallup Europe hatte im Auftrag der EU-Kommission 7515 EU-Bürger befragt. Die Meinungsforscher hatten vom 8. bis zum 16. Oktober je 500 Bürger in allen 15 EU-Staaten telefonisch interviewt. Ihnen wurden 15 Länder genannt mit der Frage, ob davon eine Bedrohung für den Weltfrieden ausgehe. Nach den Palästinensern sei deshalb nicht gefragt worden, weil Palästina kein Staat sei, erläuterte der Kommissionssprecher.

Nur in Deutschland und Italien teilt eine Mehrheit die Auffassung, von den USA gehe keine Bedrohung aus. In allen anderen EU-Länder dagegen überwiegt die gegenteilige Einschätzung - in Griechenland meinen sogar 88 Prozent der Befragten, die USA bedrohten die Welt. Die Umfrage ist Teil einer Serie regelmäßiger Umfragen der Kommission. Nach Angaben der Kommission wurden die Fragen von Beamten und nicht von politischen Gremien entworfen.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,272436,00.html



Baphomet Offline

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06.11.2003 18:49
#612 RE:Söldner der Lüge Antworten

In Antwort auf:
Die gestellte Frage sei "abwegig", und er sei überzeugt, dass es sich beim Ergebnis der Umfrage überhaupt nicht um die tatsächliche Haltung der Europäer gegenüber Israel handele.

wenn das nächste mal eine wahl ansteht, das meinen die leute gar net so was sie da wählen, eigentlich wollen sie ne andere partei. in der sache sind wir europäer alle wie frauen, wenn wir nein sagen meinen wir ja usw...

Atenio

Bapho!


"Autorität setzt zwingend Freiheit voraus, die sie anerkennt oder leugnet; Freiheit wiederum das Wort im politischen Sinne genommen, setzt ebenfalls Autorität voraus, die mit ihr verhandelt, sie zügelt oder duldet. Entfernt eine von beiden - und die andere hat keinen Sinn mehr: Die Autorität ist ohne eine Freiheit, die diskutiert, Widerstand leistet oder sich unterwirft, nur ein leeres Wort; die Freiheit ist ohne eine Autorität, die ihr ein Gegengewicht bietet, ein Un-Sinn."

Probie Offline

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08.11.2003 11:52
#613 RE:Söldner der Lüge Antworten

PR-BEFREIUNG

GI Lynch klagt US-Militärs an

In den Vereinigten Staaten ist sie die Heldin des Irak-Kriegs. Doch jetzt meutert Jessica Lynch gegen das US-Militär. Bei ihrer Befreiung aus irakischer Gefangenschaft, die von dem Rettungskommando gefilmt wurde, sei sie für PR-Zwecke missbraucht worden, klagt sie in einem Interview des US-Senders ABC.

Befreiungs-Video: Jessica Lynch wird aus dem irakischen Krankenhaus transportiert
Palestine - Die Truppen hätte ihre Gefangennahme und dramatische Rettung benutzt, um die Unterstützung der Öffentlichkeit für den Krieg zu gewinnen, sagte Lynch, 20, in einem Interview. Es habe keinen Grund gegeben, ihre Befreiung zu filmen, sagte sie der US-Fernsehmoderatorin Diane Sawyer.

Nach dem Überfall auf Lynchs Konvoi im Irak am 23. März war zunächst berichtet worden, die junge Frau habe gegen ihre Angreifer gekämpft, bis ihr die Munition ausgegangen sei.

Sie habe Stich- und Schusswunden erlitten. Später berichteten die Streitkräfte dann, sie sei nicht von Kugeln getroffen worden.

Lynch stellt den Vorfall aber ganz anders dar: Sie habe nicht einen Schuss abgegeben. Ihre Waffe habe geklemmt. "Ich bin auf die Knie gegangen und habe gebetet. Das ist das letzte, an das ich mich erinnere." Der Sender ABC veröffentlichte Auszüge des Interviews auf seiner Internetseite.

Lynch wurde für ihren Einsatz mit mehreren Medaillen ausgezeichnet. Sie kehrte nach einem langen Krankenhausaufenthalt im Juli in ihre Heimat im US-Staat West Virginia zurück. Auch Monate nach ihrer Befreiung erhält sie fünf Mal in der Woche zwei Stunden Physiotherapie und muss 18 Tabletten am Tag nehmen. Sie hat kein Gefühl in ihrem linken Fuß und geht mit Stützen. Lynch hatte bei dem Überfall mehrere Knochenbrüche erlitten. Nach acht Tagen wurde sie befreit. Inzwischen wurde sie auf eigenen Wunsch ehrenhaft aus der Armee entlassen.

US-Zeitungen hatten am Donnerstag berichtet, Lynch sei während ihrer Gefangenschaft vergewaltigt worden. Sie beriefen sich auf medizinische Unterlagen, die in Lynchs Biografie "I Am a Soldier, Too: The Jessica Lynch Story" (Ich bin auch ein Soldat: Die Geschichte der Jessica Lynch) zitiert worden seien. Das Buch kommt in den USA am Dienstag auf den Markt.

Lynch sagte Sawyer, sie könne sich an einen Übergriff nicht erinnern. "Nur daran zu denken ist zu schmerzhaft." Der irakische Arzt, der sie nach ihrer Gefangennahme behandelt hatte, sagte, er habe keine Hinweise auf eine Vergewaltigung gefunden, auch wenn er sie nicht explizit daraufhin untersucht habe. Sie sei komplett bekleidet gewesen, die Uniform nicht zerrissen

spiegel online


He scored a goal, added two assists and got the nod in a fight:
a Gordie Howe hat trick

bigfoot49 Offline

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09.11.2003 17:36
#614 RE:Söldner der Lüge Antworten

Kampfjets donnern über Bagdad


N ach einer Serie von Angriffen auf GIs haben amerikanische Soldaten Stärke demonstriert, über der irakischen Hauptstadt war der anhaltende Lärm von Militärfliegern zu hören. Am Samstagabend flogen immer wieder Kampfjets über Bagdad.

Offenbar wegen befürchteter Angriffe mit Boden-Luft-Raketen flogen US-Piloten erstmals seit Ende der Hauptkampfhandlungen ohne Positionslichter. Hubschrauber kreisten über einer Brücke in der Nähe des US-Hauptquartiers in Bagdad, die für den Verkehr gesperrt worden war.

Das Zentrum von Bagdad wurde erneut von einer Explosion erschüttert. Wie ein US-Militärsprecher mitteilte, wurde eine Mörsergranate südlich des Sitzes der US-Verwaltung abgefeuert. Eingeschlagen sei das Geschoss „weit nördlich“ des weiträumig abgesperrten Areals, in dem die US-Verwaltung residiert. Ein Soldat kam ums Leben, ein weiterer wurde verletzt.

„Ziemlich nahe an einem Krieg“

Die Lage in Irak spitzt sich unterdessen zu: Nach den Worten des amerikanischen Vizeaußenministers sind die USA mit einem regelrechten Aufstand konfrontiert. „Wir sind in einen Aufstand verwickelt, und das ist ziemlich nahe an einem Krieg“, hatte Richard Armitage zuvor gesagt.

„Wir haben ein Sicherheitsproblem“, fügte er hinzu, „aber ich bin zugleich davon überzeugt, dass wir einen sehr handfesten Plan haben, um diese Leute zu kriegen, die uns und die Iraker töten.“

Armitage war am Samstag zu einem zweitägigen Besuch in der irakischen Hauptstadt eingetroffen. Er kam mit US-Chefverwalter Paul Bremer, mit Mitgliedern des irakischen provisorischen Regierungsrates und mit dem irakischen Außenminister Hoschiar Sibari zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Sicherheitslage, der Wiederaufbau und die politische Situation im Lande. Sein Besuch diene dazu, sagte Armitage, „die Dynamik aufrecht zu erhalten“, die in allen drei Bereichen zu verzeichnen sei.

Armitage bekräftigte die Linie Washingtons, die Herstellung der inneren Sicherheit nach und nach an die Iraker abzutreten. Es gehe darum, „die Iraker dazu zu bringen, dass sie den Kampf für ihre eigenen Leute aufnehmen“. Dieser Prozess sei aber bereits im Gange und werde „nicht über Nacht“ abgeschlossen sein.

Bomben auf Saddams Heimatstadt

Nach dem Verlust eines Militär-Hubschraubers in Irak hatten amerikanische Soldaten zuvor einen Gegenangriff gestartet. Das US-Militärkommando in Bagdad teilte mit, man habe eine Operation begonnen, um „jeden zu verhaften oder zu töten“, der danach trachte, „den Koalitionsstreitkräften oder unschuldigen Irakern Schaden zuzufügen“.

Bei der Aktion in und um Tikrit seien mindestens fünf Aufständische getötet worden, hieß es. 16 Personen wurden festgenommen.

Begleitet von Schützenpanzern hatten amerikanische Truppen am Morgen das Feuer auf Gebäude eröffnet, in denen Verstecke Aufständischer vermutet werden. Teilnehmer erklärten, die Aktion in den Wohnvierteln solle ein Zeichen der Stärke setzen. „Das soll der Stadt zeigen, dass wir Zähne und Klauen haben und dass wir sie benutzen“, sagte Oberstleutnant Steven Russell.

Vor der Aktion überflogen US-Kampfjets die Stadt, nahe der Absturzstelle warfen Flieger mindestens drei 500-Pfund-Bomben ab. Tikrit ist die Heimatstadt des gestürzten irakischen Machthabers Saddam Hussein und gilt als Hochburg des Widerstands gegen die US-Besatzungstruppen im Land.

Hubschrauber doch abgeschossen

Der abgestürzte US-Militärhubschrauber ist nach US-Angaben abgeschossen worden. „Wir gehen davon aus, dass er vom Boden aus abgeschossen wurde“, sagte Oberstleutnant Steve Russell von der in Tikrit stationierten 4. US-Infanteriedivision. Bei dem Absturz des Helikopters vom Typ „Black Hawk“ waren alle sechs Insassen getötet worden.

Seit Anfang November wurden mindestens 28 GIs bei Angriffen getötet. Am vorigen Sonntag war nahe Falludscha ein US-Hubschrauber vom Typ Chinook abgeschossen worden. 16 GIs kamen um.

Rotes Kreuz zieht sich zurück

Angesichts der brisanten Lage in Irak stellt das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) seine Hilfstätigkeit in Irak weitgehend ein. Die Büros in Bagdad und Basra würden vorerst geschlossen, sagte ein IKRK-Sprecher.

Im Norden Iraks werde die Arbeit aber fortgesetzt, so der Sprecher weiter. Zurzeit arbeiten in dem Land noch rund 300 Ausländer und 600 Iraker für das IKRK. Die Organisation hatte ihre Präsenz in dem Land nach dem verheerenden Anschlag auf ihr Bagdader Hauptquartier im Oktober bereits erheblich reduziert. Bei dem Angriff waren zwölf Menschen getötet worden.

09.11.03, 11:20 Uhr

http://www.focus.de

mick Offline

Alteuropäer


Beiträge: 1.783

12.11.2003 13:49
#615 RE:Söldner der Lüge Antworten

quelle
US-Medienspektakel

Das Ende des Mythos Jessica

Von Marc Pitzke, New York

Jessica Lynch, das PR-Postergirl des Pentagons, hat gestern Abend im US-Fernsehen ihr Schweigen gebrochen - und den Heldenmythos entzaubert, mit dem das Weiße Haus den Irak-Krieg verherrlicht. Stattdessen bleibt ein übler Nachgeschmack: Der Feldzug wird von ahnungslosen Kindern ausgefochten.


AP

Medienereignis Lynch: "Ich bin doch nur ein Mädchen vom Lande"


New York - Sie ist wütend. Wütend auf die Iraker, wütend auf die Medien - und wütend auf ihre einstigen Dienstherren im Pentagon. "Sie haben mich benutzt", sagt Jessica Lynch, "um all dieses Zeugs zu symbolisieren." Soldatin, Heldin, Symbol des siegreichen Amerikas: zum Lachen - oder, je nach Schmerzgrad ihrer Wunden, zum Weinen. "Ich bin doch nur ein Mädchen vom Lande." Ein Phantom des Krieges redet sich frei.

Da sitzt sie also, vor Abermillionen TV-Zuschauern zur besten Sendezeit am gestrigen Abend, dem 237. Tag des Irak-Krieg, "Veterans Day", ausgerechnet. Weich gezeichnet, perfekt ausgeleuchtet, Herzchen im Ohr, Herzchen um den Hals, irgendwo zwischen Frau und Mädchen, Soldatin und Pfadfinderin. Und immer noch, doch nicht immer, ganz die "Miss Freundlichkeit", zu der sie einst auf der Bezirkskirmes gekrönt wurde.

Und plötzlich offenbart sie sich schlagartig, die bittere Moral dieser Geschichte von "Private Jessica": Der Irak-Krieg ist ein Krieg, der von ahnungslosen Kindern gefochten wird.

Perfektes Abziehbild des "American Dream"

Jessica Lynch, 20, bricht ihr Schweigen. Die berühmteste Kriegsgefangene des Irak-Dramas - und die erste seit dem letzten Weltkrieg, die lebend aus Feindeshand befreit wurde: "An American Story", tutet ABC, das Network, das den Zuschlag bekam, aber erst, nachdem sein Interview-Star Diane Sawyer das Objekt der TV-Begierde mit Präsenten beglückt hatte.


AP

Soldatin Lynch: PR-Postergirl des Pentagons


"Ich sehe mich nicht als Heldin", sagt Lynch. "Ich bin eine Überlebende." Überlebende von Krieg, Verwundung, Gefangenschaft und, glaubt man den Ärzten, Vergewaltigung, sie selbst erinnert sich an nichts. Und dann, zurück in der Heimat, Überlebende einer Propaganda-Kampagne des Weißen Hauses und eines beispiellosen Medienspektakels.

Monate lang existierte sie, ganz nach Wunsch ihrer Befehlshaber, nur als zweidimensionale Schablone. Als Collage nationaler Sehnsüchte, zusammengesetzt aus ihrem Rekrutenfoto, dem Nachtvideo ihrer Befreiung, den Bildern des "Heldenempfangs", bei dem sie sie im Cabrio durch ihr Heimatkaff kutschierten wie einen Popstar. Blass, blond, stumm: ein perfektes Abziehbild des "American Dream" - und ein perfektes Postergirl fürs Pentagon.

"Ich fiel auf die Knie und betete"

Damit ist nun Schluss, ein für allemal. "Der Preis ist hoch, so hoch", sagt Lynch. "Seinem Land zu dienen", fügt sie hinzu, fast höhnisch, heiße im Prinzip doch nur eines: "Verlust."

Nicht gerade die beste Werbung für die Army. Dabei hat sie das Pentagon aufs Podest der Legende beordert, um die Kriegszweifel des Volkes zu zerstreuen. Und der US Postal Service hat ihr einen eigenen Poststempel gewidmet, der, dank ihres Wohnorts, gleich zur biblischen Adresse wurde: "Jessica Lynch Station, Palestine, West Virginia."

Davon will sie nichts mehr wissen. Sie zerreißt die Mythen, zerstört die Illusionen und holt die Nation auf den Boden der Tatsachen zurück.

Zum Beispiel die "Rambo"-Sache. Wie ein Action-Held habe sie sich gegen die bösen Iraker gewehrt, habe eine Handvoll von denen auch mit ihrem M-16 niedergemäht. "Sie kämpfte bis zum Tod", schrieb die "Washington Post", unter Berufung auf "Militärkreise".

Eine Ente, vom Pentagon gebilligt, wenn nicht gar lanciert: "Es tut weh", sagt Lynch, "wenn Leute Sachen erfinden." Fast böse sprudelt es aus ihr heraus. "Mein Gewehr klemmte, ich habe nicht geschossen, keine Salve, nichts, ich hatte Angst, ich war nervös, ich fiel auf die Knie und betete, das ist das Letzte, woran ich mich erinnere."

Sex-Symbol von der Front


REUTERS

Heldin Lynch (beim Empfang des "Purple Heart" von Lt. Gen. James B. Peake im July 2003): "Keiner hat mich geschlagen, keiner hat mich geohrfeigt"


Ein Märchen entpuppt sie als, nun ja, Märchen. Auch das mit den irakischen Folterknechten. Geschlagen und gequält habe man sie im Krankenhaus "Saddam Hussein", wo sie zehn Tage gefangen lag, mit zerschmettertem Bein und kaputter Wirbelsäule.

"Nein", widerspricht sie kategorisch. "Keiner hat mich geschlagen, keiner hat mich geohrfeigt." Vielmehr hätten sie die irakischen Ärzte und Krankenschwestern wunderbar behandelt, und eine Schwester habe sie jeden Abend mit einem arabischen Lied sanft in den Schlaf gesungen, "ich liebe sie", sagt Lynch.

Auch dass das Pentagon eine kleine Armee zu ihrer Befreiung nach Nasirija abkommandierte, Marines, Army Ranger, Navy-Seals, die Härtesten der Harten, die die wehrlose, unbewaffnete Klinik nachts stürmten und das ganze Spektakel auf Film festhielten: Das geht Lynch bis heute nicht so recht in den Kopf. "Ich wusste nicht mal, dass die eine Kamera dabei hatten." Alles, was sie wollte, war nach Hause.

Es war ein grandioser PR-Coup. Der Einmarsch bekam endlich jenen dramaturgischen Drall, jenen Hauch von patriotischer Mission, den er bis dahin vermissen ließ. Und Lynch bekam alle Orden, die ein US-Soldat kriegen kann. Sie wurde zum Covergirl von "Time", "Newsweek" und "People". Annie Leibovitz, die berühmteste Fotografin der Welt, porträtierte sie als Sex-Symbol, in Jeans und mit bloßem Nabel. Zwei Ex-Kameraden boten Nacktbilder von ihr feil, für 200.000 Dollar. Doch stets blieb sie stumm.

Girl-Talk unter Pop-Stars

Die Networks rissen sich um die Exklusivrechte für das erste Interview. CBS lockte mit einem Paket-Deal (Film, Buch, MTV-Special), NBC schickte ihr einen Stapel erhebender Literatur ans Krankenbett, Diane Sawyer ein Medaillon mit einem Foto des Lynch-Elternhauses.


AP

Talk-Gast Lynch: "Es tut weh, wenn Leute Sachen erfinden"


Am Ende kriegen sie doch alle ihre Lynch. ABC gestern, NBC heute im Frühstücksfernsehen, CBS am Freitag auf David Lettermans Talk-Couch. Schließlich hat sie auch ein Buch zu verkaufen, das gestern auf den Markt kam. Für eine halbe Million Dollar hat sie es dem entehrten Pulitzer-Preisträger Rick Bragg in die Edelfeder diktiert, den die "New York Times" dieses Jahr feuerte, weil er seine tollen Geschichten von anderen recherchieren ließ, ohne das zu sagen.

Jessica, das Medienereignis: So unschuldig ist sie selbst daran also auch nicht mehr. Mit Trommelwirbeln untermalt ABC das zum Doku-Drama geblähte Interview, zerhackt es in verdauliche Soundbites, dazwischen Werbung für Anti-Depressiva, Erektionspillen und Geländewagen. Diane Sawyer - die heute Abend einen anderen Pop-Star umgurrt, Britney Spears - trägt Schwarz, heuchelt Betroffenheit und macht einen auf Girl-Talk.

Doch Lynch ist nach Girl-Talk nicht mehr zumute. Sie sieht aus wie ein Püppchen, doch ihre Worte offenbaren jemanden, den der Krieg um Jahrzehnte altern ließ. Sie zog in die Armee und mit der dann in den Irak, um endlich mal raus zu kommen aus ihrem 350-Seelen-Nest, wo jeder Fünfte unter der Armutsgrenze lebt; mit gebrochener Seele kam sie zurück. "Ich hatte so viel Angst", sagt sie bebend.

Invalide für einen guten Zweck

Die hat sie auch heute noch - vor den Erinnerungen. "Ich will überhaupt keine Erinnerung mehr haben", sagt sie. "Ich hoffe, dass das langsam ganz verschwindet." Damit meint sie vor allem die physischen und psychischen Spuren der Vergewaltigung, die die Ärzte festgestellt haben, doch an die sie sich nicht erinnert. "Das ist zu schmerzhaft."

Auch sonst quält sich Lynch mit ihrem Dasein. Sie hat überall Narben, ihr linkes Bein ist voller Stahl, sie kann ihren Fuß nicht fühlen, aber immerhin 40 Schritte ohne Krücken laufen. Täglich schluckt sie 18 Pillen, morgens zehn, mittags zwei, abends sechs. Die Armee hat sie entlassen und zahlt ihr eine Behindertenrente: Eine von 7000 Früh-Invaliden, die dieser Krieg nach Zählung des Frontblatts "Stars and Stripes" bisher hinterlassen hat, "für einen guten und gerechten Zweck", wie US-Präsident George W. Bush es an diesem "Veterans Day" ermutigend formuliert.

"Ich bin keine Heldin", wiederholt Lynch da: "Ich bin doch nur ein Mädchen vom Lande."
gruß, mick

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