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Dieses Thema hat 53 Antworten
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 Lions-Stammtisch
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mick Offline

Alteuropäer


Beiträge: 1.783

26.08.2003 11:15
#16 RE:Mal wieder was aus dem Land der unbegrenzten Moeglichkeiten Antworten

Friedensaktivist kauft Haus neben Bushs Ranch =

Crawford/USA (AP) US-Präsident George W. Bush hat seit einigen
Monaten einen neuen Nachbarn: Ein Friedensaktivist hat in Crawford,
wo Bush eine Ranch besitzt, ein Haus gekauft, das künftig
Demonstranten als Versammlungsort dienen soll. Den Kaufpreis von
54.000 Dollar (49.500 Euro) für das „Crawford Friedenshaus“
finanzierte John Wolf nach eigenen Angaben durch den Verkauf von
Friedens-Buttons zu je einem Dollar.
Schilder mit der Aufschrift „Krieg ist keine Antwort“ stehen im
Garten, nur wenige hundert Meter von Bushs Anwesen entfernt, wo der
Präsident häufig seine Wochenenden verbringt und internationale
Politiker empfängt. Zahlreiche Menschen seien bereits gekommen, um
über Abtreibung, Umweltverschmutzung und Krieg zu diskutieren, sagt
der 49-jährige Wolf. Zwei Friedensorganisationen unterstützten das
„Friedenshaus“ finanziell. Die Einwohner von Crawford fühlen sich
durch den neuen Nachbarn nicht gestört: „Solange sie nicht
randalieren, haben wir damit kein Problem“, erklärt eine
Geschäftsfrau.


gruß, mick (bekennender alteuropäer)

Taugenix Offline

Tuckers Masseur


Beiträge: 3.727

26.08.2003 11:26
#17 RE:Mal wieder was aus dem Land der unbegrenzten Moeglichkeiten Antworten

Wenn wir zusammenlegen bekommen wir vielleicht Downing Street 8 oder 12!



HASTA LA VICTORIA SIEMPRE
Die Taugenixe - Der Bautrupp von Biagio Conte
Sei nicht traurig kleiner Meisen-Mann!!
Man versehe mich mit Luxus. Auf alles Notwendige kann ich verzichten!
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mick Offline

Alteuropäer


Beiträge: 1.783

26.08.2003 16:28
#18 RE:Mal wieder was aus dem Land der unbegrenzten Moeglichkeiten Antworten

11 wäre noch besser: sehen und gesehen werden. ständig. immer. überall.


COCA-COLA

Gekaufte Kinder kosten Top-Manager den Job

Hunderte heimlich von Coca-Cola bezahlte Kinder sollten den Absatz der Prickel-Limonade bei Burger-King-Filialen hochtreiben und den Konzern damit zu Investitionen in Coca-Cola-Ausrüstung verleiten. Doch der Betrug flog auf, jetzt musste der verantwortliche Manager abtreten.



Atlanta - Tom Moore, seit 24 Jahren bei Coca Cola und seit 1999 Präsident der nordamerikanischen Gaststätten-Sparte des weltgrößten Getränkekonzerns, nimmt seinen Hut. Der Schritt beendet wochenlange Spekulationen darüber, wer bei Coca Cola die Verantwortung für einen peinlichen Vorfall übernehmen würde, den der Konzern im Juni publik gemacht hatte.
Mitarbeiter einer Abteilung, die Gaststätten mit Getränkeanlagen versorgt, hatten einen Mann aus Virginia dafür bezahlt, mit Hunderten Kindern zu Burger King zu gehen, um "Frozen Coke", ein Produkt aus dem Hause Coca Cola, zu kaufen. Die Überlegung der Cola-Leute war, dass Burger King mehr Geld in das Produkt und die Ausrüstung dafür stecken würde, wenn der Absatz angekurbelt würde.

Zuvor hatte sich das Unternehmen mit Burger King und dessen Franchise-Nehmern darauf geeinigt, bis zu 21,1 Millionen Dollar Schadenersatz zu bezahlen. Außerdem müssen sich die Manager aus Atlanta auf weitere rechtliche Schritte gefasst machen. So klagt ein ehemaliger Mitarbeiter gegen seine Entlassung und wirft Moore in diesem Zusammenhang vor, von den manipulierten Käufen bei Burger King gewusst zu haben, ohne zu reagieren. Ein Bundesgericht sucht bei Burger King Informationen zu den Anschuldigungen. Außerdem ermittelt die Staatsanwaltschaft in Atlanta gegen Coca Cola.

Größere wirtschaftliche Schäden zeichnen sich wegen der Affäre für Coca Cola indes nicht ab. Die Verträge mit Burger King bleiben bestehen und auch das Vertrauen der Anleger an der Wall Street scheint nicht verloren. Die meisten Anleger würden Coca Cola keine Schuldhaftigkeit wegen der Vorwürfe unterstellen, sagten Analysten der "New York Times". Am Montag jedenfalls stieg der Wert der Konzern-Aktie um 70 Cent auf 44,07 Dollar.


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gruß, mick (bekennender alteuropäer)

Taugenix Offline

Tuckers Masseur


Beiträge: 3.727

26.08.2003 16:45
#19 RE:Mal wieder was aus dem Land der unbegrenzten Moeglichkeiten Antworten

11 ist doch gegenüber...



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mick Offline

Alteuropäer


Beiträge: 1.783

26.08.2003 18:02
#20 RE:Mal wieder was aus dem Land der unbegrenzten Moeglichkeiten Antworten

In Antwort auf:
11 ist doch gegenüber...

ebendrum

gruß, mick (bekennender alteuropäer)

Probie Offline

NHL-Legende


Beiträge: 4.010

26.08.2003 18:19
#21 RE:Mal wieder was aus dem Land der unbegrenzten Moeglichkeiten Antworten

Was ist eigentlich mit dem "Söldner der Lüge"-Thread ? Geht der nur bei mir nicht mehr, oder wir hier jetzt zensiert ?

...oder ist die SQL-Datenbank gesprengt worden von den vielen Anti-amerikanischen Posts ?



Patriotism is a pernicious, psychopathic form of idiocy.
-George Bernard Shaw-

bigfoot49 Offline

Titel gesucht
Co-Admin

Beiträge: 11.081

26.08.2003 19:58
#22 RE:Mal wieder was aus dem Land der unbegrenzten Moeglichkeiten Antworten

*rofl* Klar... die Homepagemodules können euch net leiden

Nein im Ernst, hängt mit dem Serverumzug zusammen. Die Rechner wurden von dem Rechenzentrum nicht ordentlich runtergefahren hier zu lesen. Es fehlen mind. noch 2 andere Threads auch (Terminkalender und NHL Shop). Wer noch mehr weiß bitte melden.
Über die bisher drei bekannten sollten wir morgen mehr wissen...

Probie Offline

NHL-Legende


Beiträge: 4.010

27.08.2003 13:31
#23 RE:Mal wieder was aus dem Land der unbegrenzten Moeglichkeiten Antworten

In Antwort auf:
Die Rechner wurden von dem Rechenzentrum nicht ordentlich runtergefahren

*plonk*

In Antwort auf:
Über die bisher drei bekannten sollten wir morgen mehr wissen...

Geht ja jetzt wieder...




Patriotism is a pernicious, psychopathic form of idiocy.
-George Bernard Shaw-

bigfoot49 Offline

Titel gesucht
Co-Admin

Beiträge: 11.081

27.08.2003 14:04
#24 RE:Mal wieder was aus dem Land der unbegrenzten Moeglichkeiten Antworten

Ja aber leider nur der eine...

mick Offline

Alteuropäer


Beiträge: 1.783

02.09.2003 12:38
#25 RE:Mal wieder was aus dem Land der unbegrenzten Moeglichkeiten Antworten

klick
Amerikas Öko-Terroristen

"Wir brennen es nieder, die Elfen sind wütend"

Von Matthias Streitz, New York

Die Earth Liberation Front, ein Netz militanter Umweltaktivisten, setzt teure Geländewagen und andere Symbole der US-Konsumkultur in Brand. Radikal wie nie zuvor, verübte sie kürzlich die teuerste Sabotage-Aktion in der Geschichte der Bewegung. Amerikas neues Feindbild heißt Öko-Terrorismus.


AP

Brandanschlag in West Covina: "Benutzt alle Mittel, die nötig sind"


Los Angeles/San Diego - Gegen sieben Uhr morgens hallt der Klang der Faustschläge über den Flur. Sechs Beamte des FBI stehen vor der Tür des Apartments in einem Vorort von San Diego, ihre gezogenen Pistolen in der Hand. Als Michael C., 26, nach dem lauten Klopfen die Tür öffnet, präsentieren sie ihren Durchsuchungsbefehl.

"Sie haben mein Wohnzimmer auseinander genommen", empört sich hinterher Kathryn D., 23, die ebenfalls in dem Appartement wohnt. Die Beamten suchen und beschlagnahmen ein mögliches "Beweisstück" - ein Video, das jüngst bei einer Versammlung kämpferischer Tierschützer aufgezeichnet wurde. Es zeigt die Ansprache eines Mannes, der als ein Vordenker der ELF gilt, der Earth Liberation Front. Auch Kathryn und Michael sollen dazu gehören.

"Ich liebe Luftverschmutzung", stand auf dem Graffiti

Die Öko-Aktivisten, die sich oft den harmlos klingenden Namen "Elves" (Elfen) geben, sind zu einem neuen Feindbild vieler Amerikaner avanciert. Das FBI fahndet so gründlich nach ihnen wie nie: Die Razzia am letzten Donnerstag war in San Diego die zweite in vierzehn Tagen. Zeichen einer Eskalation - und Antwort auf zwei spektakuläre Akte der Brandstiftung im Süden Kaliforniens. Dabei entstanden im vergangenen Monat mehr als 50 Millionen Dollar Sachschaden.

Es begann mit einer Feuersbrunst in University City. In der Nacht des 1. August brannte dort, in einer anderen Vorstadt San Diegos, ein Bauplatz nieder. 206 halb fertige Wohnungen wurden zerstört, 400 Anwohner vorübergehend evakuiert. Am Tatort fand sich ein rund vier Meter langes Transparent: "Wenn ihr es baut, brennen wir es nieder - die Elfen sind wütend". Die Gruppe zürnte offenbar, weil in den Hügeln rund um Amerikas siebtgrößte Metropole wieder ein Stück Natur zubetoniert wurde.

Angriff aufs Patrioten-Mobil

Der zweite Schlag war weniger teuer - dafür traf er den Solarplexus amerikanischer Konsum-Befindlichkeit. Ende August, es ist fünf Uhr morgens, gehen auf dem Hof des Autohändlers Clippinger Chevrolet rund 20 Sports Utility Vehicles (SUVs) in Flammen auf - ausgerechnet die besonders teuren und gigantischen Hummer vom Typ H2. Die Zivilvariante des Militärwagens Humvee gilt vielen als hyperpatriotisch - doch ein schlimmerer Spritfresser ist schwer zu finden.

Die Polizei verdächtigt zwei junge Männer, weiß, schlaksig, vielleicht noch nicht mal 20 - eine Videokamera hat sie gefilmt. In derselben Nacht sollen sie im Umland von Los Angeles drei weitere SUV-Händler der Marken Ford, Mercedes und Mitsubishi angegriffen haben. Hier brannten zwar keine Wagen - dafür sprühten die Täter, wie auch bei Clippinger, Graffiti wie "Fette, faule Amerikaner" "Mörder", "Ich liebe Luftverschmutzung" und "ELF" auf Karosserie und Fenster. Schadensbilanz dieser Nacht: rund eine Million Dollar.


AP

Sieht sich in der Tradition des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus: Ehemaliger ELF-Sprecher Craig Rosebraugh


Schon Anfang 2002 stufte die US-Bundespolizei ELF als eine "Ernst zu nehmende terroristische Gefahr" ein. Die Gruppierung neige "in zunehmendem Maße zum Vandalismus", sagte FBI-Experte James Jarboe bei einer Anhörung in einem Kongressausschuss. Seit 1996 hätten ELF und ihre Schwester, die Tierschutzgruppe ALF, 600 Straftaten begangen und 43 Millionen Dollar Schaden angerichtet. Diese Summe haben die "Elfen" jetzt auf einen Schlag übertroffen - der Anschlag in University City gilt als teuerster Akt des "Öko-Terrorismus" in der Geschichte Amerikas.

Kriminologen und Politiker fürchten, dass die jüngsten Attacken nicht nur Irrläufer waren, sondern die ersten Wogen in einer Sturmflut "grüner" Gewalt. "Diese Bewegung wird immer schamloser", ließ der Terror-Experte Brian Leven die Agentur AP wissen. Sein Kollege Gary Perelstein, der die ELF seit ihrem Sabotage-Debüt 1996 beobachtet, geht weiter: Er erwartet, dass radikale Elemente der Front erstmals auch Menschen angreifen. Schon vor Monaten hieß es in zumindest einer Mitteilung aus dem ELF-Umfeld: "Wir sollen nicht länger zögern, zum Gewehr zu greifen, um Gerechtigkeit zu schaffen."

Nazi-Vergleiche vom linken Rand

Bisher ist es dem FBI nicht gelungen, ELF zu infiltrieren oder mehr als ein halbes Dutzend der Ökovandalen festzusetzen. Das liege an der antihierarchischen Struktur des Netzwerkes, gestand FBI-Mann Jarboe. Die Front beschreibt sich selbst als "Untergrundbewegung, die aus autonomen Gruppen" besteht. "Mitglied" werde, wer eine neue Zelle gründet und jenen "wirtschaftlichen Schaden zufügt, die aus der Zerstörung der Umwelt Profite schlagen". Kurz: Aktivisten in Oregon unterhalten in der Regel keinerlei Kontakt zu jenen in Kalifornien. ELF ist eine Hydra ohne Köpfe.

Bekannte Gesichter hat die ELF denn auch nicht - oder nicht mehr. Rund vier Jahre lang trat Craig Rosebraugh als "Sprecher" der ELF auf - ein wütender Mittzwanziger mit kahl rasiertem Kopf, der an der Uni Vermont eine Magisterarbeit über gewaltsamen Widerstand einreichte. Eines seiner Bekenntnisse: "Wenn wir Vandalen sind - dann waren es auch diejenigen, die in Buchenwald und Auschwitz die Gaskammern zerstörten".

"Soziale Revolution in Amerika"


Rosebraugh behauptete stets, keinen direkten Kontakt zu ELF-Mitgliedern zu unterhalten, vorab nichts über Attacken zu wissen - er erhalte nur anonyme Communiqués, die er verbreite und erläutere. Dem FBI wollte das nie recht einleuchten - Anfang 2000 filzte es Rosebraughs Büro und Wohnung, 2002 wurde er vom Kongress zwangsvorgeladen. Inzwischen führt der entschiedene Antikapitalist eine neue Gruppe an, Arissa genannt. Sie gibt sich mit Umweltschutz nicht mehr zufrieden, propagiert die "politische und soziale Revolution". Motto: "Benutzt alle Mittel, die nötig sind."

Eine Seite im Internet betreibt ELF noch immer - registriert war sie zuletzt in Kanada auf den Namen eines militanten Tierschützers, der dort über ein Jahr im Gefängnis verbrachte. Eine "Pressestelle" verschickt nach Anschlägen Bekennerschreiben oder Erläuterungen per Mail - allesamt anonym. Eine Anfrage von SPIEGEL ONLINE blieb zunächst ohne Antwort. Unter dem Link "Empfohlene Lektüre" gibt eine Datei Tipps zum Bau von Brandbomben mit Zeitzünder und Hinweise zum Thema: "Was tun, wenn die Polizei anklopft?"

"Muttersöhnchen, die Öko-Wahnsinnigen"

Nach den Hummer-Attacken wird es dauern, bis die Aufregung abklingt - selbst falls die ELF-Aktivisten nun für Monate in der Versenkung verschwinden. Allerorten brodelt die Empörung: Bekennende Hummer-Fahrer fuhren teils Hunderte Meilen zu einer Demo bei Los Angeles. Verbände lobten 100.000 Dollar Belohnung aus, um die Fahndung zu fördern. Der Kongress-Abgeordnete Scott McInnis verlangt strengere Gesetze. Rush Limbaugh, Talk-Radio-Rabauke, wütet gegen "verweichlichte Muttersöhnchen, die Öko-Wahnsinnigen". Und der Sierra Club fürchtet, dass friedliebende Umweltschützer diffamiert werden.

So viel Wut und Ärger beeinflussen auch den Wahlkampf in Kalifornien - bis zur möglichen Abberufung des Gouverneurs dauert es nur noch sechs Wochen. Arianna Huffington, eine der Promi-Kandidatinnen, steckt bereits in der Bredouille: Mit hoch kontroversen TV-Spots hatte sich die Kolumnistin an die Spitze der Anti-SUV-Bewegung gesetzt. Nun muss sie sich vorwerfen lassen, damit die Basis für die Brandattacken bereitet zu haben.

Ein kalifornischer Kandidat, der bisher schweigt zum Thema "Öko-Terrorismus", ist Arnold Schwarzenegger. Vielleicht hat er ja Angst um sein eigenes martialisches Mobil - er fährt einen H2.


"Öko-Terroristen" im Gefängnis

Bisher sind nur wenige ELF-Mitglieder oder Aktivisten aus dem Umfeld der Gruppe zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Zwei der Bekanntesten sind Craig Marshall (Spitzname "Critter") und Jeffrey Luers, genannt "Free". Obwohl sie sich nie als ELF-Aktivisten bekannt haben, gelten sie zumindest als Gesinnungsgenossen.

Nach Jahren des passiven Widerstandes gegen Wald-Rodungen setzten die Freunde Mitte Juni 2000 mehrere SUVs auf dem Hof eines Händlers in Oregon in Brand. Da die Polizei beide seit längerem beschattete, wurden sie kurz darauf verhaftet.

Marshall bekannte sich schuldig und wurde zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Luers, erst Anfang zwanzig, wurde von der Polizei mit einem zweiten Brandanschlag in Verbindung gebracht. Diesen Vorwurf bestritt er.

Trotzdem wurde er zu 22 Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt - ein Urteil, das auch friedliche Umweltschützer schockierte und ein Signal sandte: In Zeiten des globalen "Kampfes gegen den Terror" müssen auch militante Amerikaner mit weit strengeren Urteilen rechnen als zuvor.

gruß, mick (bekennender alteuropäer)

mick Offline

Alteuropäer


Beiträge: 1.783

04.09.2003 13:33
#26 RE:Mal wieder was aus dem Land der unbegrenzten Moeglichkeiten Antworten

Mehr Autos als Fahrer in den USA

Zweitwagen für die Freizeit =

Washington (AP) Der Trend zum Zweitwagen nimmt in den USA bizarre
Formen an: Erstmals gibt es nun durchschnittlich mehr Autos pro
Familie als Fahrer.
Die 107 Millionen Haushalte in den USA verfügen laut der jüngsten
Statistik der US-Verkehrsbehörden über durchschnittlich 1,9
Fahrzeuge, aber nur 1,8 Familienmitglieder besitzen einen
Führerschein. In absoluten Zahlen sind dies 204 Millionen Fahrzeuge
und 191 Millionen Fahrer. Bei der letzten Erhebung von 1995 hielten
sich Autos und Fahrer noch die Waage.
Der Autor und Verkehrsexperte Alan Pisarski erklärt das
Übergewicht der Fahrzeuge damit, dass sich immer mehr Menschen
verschiedene Wagen für verschiedene Zwecke zulegen. Zum Beispiel
kauften sich Pendler einen Erstwagen für die Fahrt zur Arbeit, für
die Freizeitaktivitäten am Wochenende stehe dann aber noch ein
Geländewagen in der Garage. Über gar kein Auto verfügten laut der
jüngsten Erhebung aus den Jahren 2001 und 2002 nur acht Prozent der
Haushalte.
Ende##

gruß, mick (bekennender alteuropäer)

mick Offline

Alteuropäer


Beiträge: 1.783

04.09.2003 17:21
#27 RE:Mal wieder was aus dem Land der unbegrenzten Moeglichkeiten Antworten

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Nachrichten-Spiele

Bushs Kriege im Online-Abo

Von Christian Stöcker

Der Krieg der Amerikaner gegen den internationalen Terrorismus ist ein Massengeschäft: Das hofft zumindest die Firma "Kuma Reality Games". Die will Online-Spieler im Netz die echten Schlachten schlagen lassen gegen Bin Laden, Hussein und wer da noch kommen mag. Neue Feinde gibt's in den Nachrichten - und im Abo.


Kuma: Klassischer Egoshooter, aber ganz nah an der Realität


Einmal selbst in Bagdad einmarschieren, einmal selbst Jagd auf Saddam machen, einmal selbst Kussei und Udai Hussein zur Strecke bringen - sind das wirklich die Wunschträume, die Fans von Computerspielen hegen? Zumindest die Entwickler von Kuma Reality Games, einer jungen Softwareschmiede in den USA, sind davon überzeugt.

Im Februar kommenden Jahres wollen sie "Kuma: War" auf den Markt bringen, einen Ego-Shooter im Abonnement, der Spielern laut Eigenwerbung ermöglichen soll "zeitnah, akkurat und intensiv die patriotischen und mutigen Handlungen unserer Soldaten" nachzuerleben. Und zwar interaktiv, das heißt, der Spieler schlüpft selbst in die Rolle eines Infanteristen, der mit der Waffe in der Hand ins Weltgeschehen eingreift. Eigentlich nur folgerichtig: Nach dem durch "eingebettete" Journalisten medial so erfolgreichen Echtzeitkrieg fürs Wohnzimmer jetzt der realistische Krieg zum Nachspielen.

Die kriegerische Action soll so wirklichkeitsnah wie möglich und stets aktuell sein. Militärische Satellitenbilder, Ausschnitte aus Nachrichtensendungen, der fachliche Rat von Kriegsveteranen und sogar von Frontsoldaten gedrehtes Filmmaterial sollen das sicherstellen. In ein- bis vierwöchigen Abständen will man den Abonnenten neue Missionen liefern, stets "von den Fronten internationaler Konflikte". "Sie werden nicht neun Monate bis zwei Jahre darauf warten müssen, ein Weltereignis zu spielen", jubiliert die Werbe-Website, "mit Kuma: War werden sie diese Möglichkeit innerhalb wenigen Wochen bekommen".

Die Armee spielt mit

Und das alles mit Originalbewaffnung und Seite an Seite mit "echten" Militäreinheiten und an detailgetreu wiedergegebenen Originalschauplätzen. Dass die US-Armee keine Berührungsängste gegenüber elektronischen Medien hat, ist schon seit einiger Zeit klar: Mit dem fast kostenlos an jeden Interessenten über 13 Jahre abgegebenen Spiel "America's Army" kann man ausprobieren, wie es ist, Soldat zu sein, am Infanteristentraining teilnehmen und militärische Missionen durchspielen. Auch gegen das neue Rekrutierungsinstrument hat man beim US-Militär offenbar nichts einzuwenden.


Geschmack hin oder her: Werbung für das Militär?


Im April diesen Jahres musste Sony noch kräftig Prügel dafür einstecken, dass man dort ein Spiel mit dem Titel "Shock and Awe" geplant hatte, das ebenfalls den Sturz des irakischen Regimes zum Thema haben sollte. Nach Protesten bescheinigte Sony sich selbst "bedauerlich schlechtes Urteilsvermögen" und zog das Spiel zurück. Kuma Reality Games hofft offenbar, inzwischen sei genug Gras über den Krieg gewachsen, um ihn kommerziell auszuschlachten.

Als kleine Kostprobe wird auf Kumas Website auch schon mal angedeutet, was alles an blutiger Zeitgeschichte zu haben sein wird für den heimischen PC. Saddams Sohn Udai wird mit einer Liste seiner Untaten vorgestellt, nicht ohne zu erwähnen, dass "Koalitionskräfte dieses Monster am 22. Juli in einer blutigen Schießerei ausschalteten". Andere geplante Gegner auf der Liste sind die Taliban, al-Qaida und sogar Osama Bin Laden selbst. Kuma Games baut offenbar fest auf die Fähigkeit von Armee und Geheimdienst, den Chefterroristen doch noch zu schnappen - und auf gewinnbringenden Nachschub an Feinden.


Noch ist "Kuma" in der Entwicklung, echte "Action"-Szenen sind noch nicht veröffentlicht


Das Spielabonnement ist als Geschäftsidee nicht neu. Die Hauptanwendung für solche Breitband-Abonnementangebote waren bislang allerdings nicht Actionspiele, sondern so genannte "Massive Multiplayer Online Roleplaying Games" oder Mmorpgs. Das hier zu Lande bekannteste Beispiel ist "EverQuest", ein Fantasyspiel aus dem Hause Sony.

In der Welt von EverQuest treffen sich täglich Zehntausende von Spielern, kämpfen mit Monstern, retten Jungfrauen und sammeln magische Gegenstände. Zwischen 13 und 20 Dollar zahlt jeder Spieler im Monat für das Vergnügen. Schon im vergangenen Jahr hatte EverQuest weltweit etwa 450.000 Abonnenten, an einem einzigen Wochenende im Juli 2002 waren über 100.000 Spieler gleichzeitig in die Spielserver eingeloggt.

Dicke Kabel bringen Erfolg

Und selbst damit ist EverQuest ein vergleichsweise kleines Licht im internationalen Markt für Onlinespiele. Den absoluten Weltrekord im vernetzten Daddeln halten die Südkoreaner. In keinem anderen Land der Welt ist Breitbandzugang zum Internet so verbreitet, über die Hälfte aller südkoreanischen Haushalte hängen schon am Hochleistungskabel. Zum Vergleich: In Deutschland hatten Mitte 2002 5,8 Prozent der Haushalte einen Hochgeschwindigkeitsanschluss, in den USA 13 Prozent.


"Lineage": Abenteuerspielplatz für vier Millionen koreanische Abonnenten


Das populärste koreanische Mmoprg heißt "Lineage". Obwohl das Spiel nach heutigen Maßstäben graphisch nicht viel zu bieten hat, machen fast vier Millionen Abonnementen die Fantasiewelt von "Lineage" zur wohl größten Gemeinschaft von Onlinespielern weltweit. Hunderte treffen sich in großen Internetcafés um gemeinsam Schlachten zu schlagen, und zwar in durchaus hierarchisch strukturierten Einheiten.

Um am Gruppenerlebnis teilzuhaben sind die koreanischen Spieler viel eher als europäische oder amerikanische dazu bereit, sich unterzuordnen und Anweisungen folge zu leisten. "Konfuzianisches Spielen" hat man das genannt, eine der gemeinschaftsorientierten Gesellschaftsstruktur in asiatischen Staaten angemessenere Art, am Computer Zeit totzuschlagen.

Netzbetreiber und Softwarehersteller reiben sich beim Gedanken an das Beispiel Südkorea die Hände. In den westlichen Industrienationen sind die Märkte für den Breitbandanschluss ans Internet noch bei weitem nicht gesättigt: Die Unternehmensberatung McKinsey sagt der Technologie traumhafte Wachstumsraten voraus, die Analysten von PriceWaterhouseCoopers erwarten bis 2007 weltweit 153 Millionen breitbandvernetzte Haushalte. Tatsächlich ist die Zahl der Anschlüsse in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen, vor allem weil viele Dauer-User auf die schnellere Verbindung ins Netz nicht verzichten wollen.

Eine wichtige Rolle spielten dabei zweifellos die P2P-Börsen, viele lockte die Aussicht, Musik, Filme und Software schnell und zum Nulltarif auf die Festplatte ziehen zu können. Doch die Zeiten der massenweisen Piraterie werden womöglich eines Tages ihr Ende finden, deswegen ist die Industrie fieberhaft auf der Suche nach der "Killer Application", dem Angebot, das Breitband für möglichst viele User unverzichtbar machen soll.

Bei PriceWaterhouseCoopers kann man sich vorstellen, dass hoch entwickelte Onlinespiele zu dieser Entwicklung Entscheidendes betragen können. Insofern scheint die auf westliche Konsumenten zugeschnittene Idee eines episodenhaft organisierten Spiels, das dem einzelnen Spieler Woche für Woche eine neue Aufgabe liefert, vielen als zukunftsträchtig. Kuma Games planen bereits andere Abonnementspiele die "Kuma: Crime", "Kuma: Sports" oder "Kuma: Celebrity" heißen sollen. Man stehe in Verhandlungen mit Netzbetreibern, ließ Keith Halper, der Chef des Unternehmens, vorsorglich wissen, vielleicht gäbe es ja Möglichkeiten für "cross-marketing".

Ob "Kuma: War" tatsächlich die "Killer Application" fürs Breitbandnetz wird, bleibt abzuwarten. Mörderisch wird das Spiel wohl in jedem Fall.

gruß, mick (bekennender alteuropäer)

mick Offline

Alteuropäer


Beiträge: 1.783

08.09.2003 16:05
#28 RE:Mal wieder was aus dem Land der unbegrenzten Moeglichkeiten Antworten

KURIOSES US-RANKING

Die lausigste Uni, die faulsten Studenten, die besten Partys

Von Markus Verbeet

Die erfolgreichsten Amerikaner studieren in Harvard oder Yale. Wo aber studieren die faulsten? Wo gibt es kerkerähnliche Wohnheime, knuddeln Jungakademiker gern Bäume, steigen die heftigsten Partys? Eine Firma aus New York hat zu fragen gewagt. Und die Gewinner des Nonsens-Rankings sind nicht amüsiert. hier geht es weiter

gruß, mick (bekennender alteuropäer)

C-Gam Offline

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Beiträge: 8.888

10.09.2003 10:54
#29 RE:Mal wieder was aus dem Land der unbegrenzten Moeglichkeiten Antworten

"Rettet unsere Ärsche"


Die Einwohner von Butts County haben offenbar Sinn für derben Humor.

Jackson/USA (rpo). Diese Adresse macht nicht den besten Eindruck: Wer aus Butts County im US-Bundesstaat Georgia kommt, ist an derbe Scherze gewöhnt. Obwohl der Name des Landkreises mit "Hintern" noch harmlos übersetzt ist, sind die Einwohner offenbar gegen eine Umbenennung.
Radiomoderator Don Earnheart holte sich jetzt aber eine deftige Abfuhr für seine Initiative, den Namen des Kreises zu ändern. "Wenn es dir in Butts County nicht gefällt, heb deinen Arsch und hau ab", sagte Anne Smith in einer einstündigen Sendung von Earnhearts Sender WJGA-FM, bei der Hörer sich zur Namensinitiative ääußern konnten.

Dabei hatte es Earnheart nur gut gemeint. Er verwies darauf, dass der Standort Butts County außer dem Gefängnis der zum Tode verurteilten Häftlinge Georgias und einem Nationalpark nichts vorweisen könne. Der Name schrecke Firmen ab, sich niederzulassen. In der Tat weisen auch die, die da sind, in ihrem Namen nicht gerade darauf hin, in Butts County, GA zu residieren. Selbst die örtliche Schule zieht im Namen die Nennung der Kreisstadt, Jackson, vor. "Wenn die Leute sagen, der Name ist ihnen nicht peinlich, warum sagen sie ihn dann nicht?" argumentierte Earnheart.

Und so ganz ohne Unterstützung blieb der lokale Radiomann nicht. "Es ist so peinlich, Leuten zu sagen, dass man aus Butts County kommt", seufzte Melinda Sealey. Befürworter einer Namensänderung plädierten für Indian Springs, wie auch der Nationalpark heißt, oder Creek nach den indianischen Ureinwohnern. "Nennen Sie es, wie Sie wollen", schrie Edward Maddox, als er sich neue Kennzeichen für seinen Lastwagen holte - aus dem benachbarten Spalding County, wo seine Schwester wohnt. "Es ist mir zu peinlich, mit 'BUTTS' auf meinem Truck durch die Gegend zu fahren."

Doch in der Telefonabstimmung unterlag Earnheart mit 20 gegen sechs. Und er musste sich nicht druckbare Beschimpfungen anhören. Die Rentnerin Carolyn Nicholson schloss ihren mit Flüchen begleitete Wortmeldung mit dem Bekenntnis: "Ich bin stolz darauf, aus Butts County zu sein. Warum sollte sich irgendjemand dafür schämen?"

Georgia hat 159 Landkreise, darunter die "Frühstückskreise" Coffee, Crisp, Bacon und Early County. Der Name Butts ist US-weit einmalig. Namensgeber ist ein Hauptmann Samuel Butts, der 1812 eine Miliz aufstellte und später bei Kämpfen mit Creek-Indianern in Alabama getötet wurde. Historiker sind sich nicht sicher, ob Hauptmann Butts in seinem Leben überhaupt einmal in dem nach ihm benannten Gebiet gewesen ist, das seit 1825 so heißt.

Earnheart entschuldigte sich inzwischen bei Politikern dafür, ihre Zeit für seine Idee vergeudet zu haben. Es gebe zwar eine schweigende Mehrheit für eine Namensänderung. Die sei aber vom örtlichen Establishment, darunter der Lokalzeitung, überrollt worden. "Ich denke, dass muss jetzt die nächste Generation diskutieren", sagte er.


C-Gam
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@CereMONIYa tyebya lyublyu

mick Offline

Alteuropäer


Beiträge: 1.783

11.09.2003 12:16
#30 RE:Mal wieder was aus dem Land der unbegrenzten Moeglichkeiten Antworten

AMERIKAS RECHTLOSE GEFANGENE

"Ins Mittelalter zurückversetzt"

Von Michael Sontheimer, London

Seit dem 11. September fallen Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit dem Krieg gegen den Terror zum Opfer. Doch während die US-Army Camp Delta in Guantánamo Bay langsam zum Vorzeigegefängnis umbaut, geht es in anderen Lagern brutaler zu. In Afghanistan sind bereits drei Inhaftierte ums Leben gekommen, die Anwälte sind machtlos.

Najeeb Al-Nauimi aus Qatar ist der Rechtsanwalt, der die Haftbedingungen der rund tausend von der US-Army als Terrorverdächtige Internierten am besten kennt. Der ehemalige Justizminister des Golfstaates Qatar vertritt 96 Männer, die in Camp Delta auf Kuba einsitzen oder einsaßen.
Aus Briefen der Häftlinge und Gespräche mit deren Verwandten hat er folgendes Bild gewonnen: Zwar genügten die Haftbedingungen dort nicht den internationalen Standards, doch im Vergleich zum Gefangenenlager im US-Stützpunkt Bagram in Afghanistan sieht er Camp Delta fast wie ein Erholungsheim. "Alle meine Mandanten, die zuvor in Afghanistan einsassen", sagt Al-Nauimi, "berichteten, sie seien der Hölle entkommen."

Der auf Kuba internierte Moazzam Begg aus Birmingham schrieb an seine Familie, dass er in Bagram ein Jahr lang in einem alten Schiffscontainer in Einzelhaft gehalten wurde. In dem Stützpunkt 50 Kilometer nördlich von Kabul hatte der Vater von vier Kindern demnach in dieser Zeit nur zwei Minuten lang das Tageslicht gesehen. Im Sommer, so schrieb er, wimmelte es in seinem Verließ von zehnbeinigen Kamelspinnen, "die größer als eine Hand werden, sich wie Rennautos bewegen und sobald sie einen beißen, das Fleisch verrotten lassen - wenn man nicht behandelt wird."

"Die Schlechtesten der Schlechtesten

Moazzam Begg ist einer jener moslemischen Männer, die die US-Army derzeit auf unbegrenzte Zeit als "illegale Kämpfer" festhält - eine unjuristische Wortschöpfung, mit der zahlreiche internationale Rechtsabkommen umgangen werden. Nicht als Kriegsgefangene nach der Genfer Konvention anerkannt, dürfen weder Angehörige, noch Anwälte die Inhaftierten besuchen. Briefe zwischen ihnen und ihren Familien sind Monate unterwegs, wenn sie überhaupt die Zensur passieren. Als "offenkundigen Verstoß gegen fundamentale Prinzipen des internationalen Rechts" verurteilte ein britischer High Court die unbegrenzte Internierung ohne Anklage und Rechtsbeistand.

Donald Rumsfeld dagegen besteht darauf, dass die Behandlung der Gefangenen "ordentlich und human" sei. Immerhin handele es sich bei ihnen um die "die Schlechtesten der Schlechtesten." Der US-Verteidigungsminister begreift das Gefangenenlager im rechtlichen Niemandsland als dauerhafte Waffe im Krieg gegen den Terrorismus. Das Pentagon ließ Camp Delta ausbauen und vergrößern und hat die Ernennung von Militärkommissionen zur Aburteilung der Gefangenen angeordnet.

Im Juni, so berichteten britische Zeitungen, vergab das Pentagon den Auftrag für die Errichtung eines Hinrichtungstrakts für 7,8 Millionen Dollar. In dem Exekutionsraum - in dem lediglich ein massive Liege steht, auf der die Verurteilten festgeschnallt werden - sollen die Delinquenten ihre Todesspritze bekommen. Bauen soll das Ensemble eine Firma aus dem texanischen Houston: eine Tochterfirma des Konzerns Haliburton, dem Dick Cheney vorstand, bevor er Vizepräsident wurde.

Symbol für das neue amerikanische Rechtsverständnis

Die zunehmend verzweifelten Angehörigen der Gefangenen, die in diesem Gulag-Netzwerk verschwunden sind, bekommen so gut wie keine Unterstützung von ihren jeweiligen Regierungen. "Sie sagten, sie wüssten nichts", berichtet Azmat Begg von seinen wiederholten Gesprächen mit Beamten des Außenministeriums in London. Niemand wolle es sich mit den mächtigen Amerikanern Verderben, bekräftigt Anwalt Najeeb Al-Nauimi: "Die arabischen Diktatoren wollen sich alle bei Bush andienen."

Als die ersten Gefangenen am 11. Januar vergangenen Jahres auf Cuba ankamen, wurden sie in eilig errichtete Drahtkäfige gesperrt, in denen sie der tropischen Sonne und Regengüssen ausgeliefert waren. Die Drahtverhaue von Guantánamo Bay, jenem Gelände, das die USA seit 1903 von Kuba gepachtet haben, sind zum Symbol für das neue amerikanische Rechtsverständnis geworden. Ein Reporter der "New York Times" beschrieb das Lager als "the new American gulag".

Angesichts der internationalen Kritik an der Käfighaltung ließ das Pentagon Camp Delta bauen. Das im Südosten des Stützpunktes gelegene neue Lager beherbergt derzeit Rund 665 Gefangene aus 43 Nationen, die 17 verschiedene Sprachen sprechen. Hier sitzen die meisten Internierten jetzt in 207 mal 243 Zentimeter großen Einzelzellen mit Wänden aus Stahlgitter. Zweimal die Woche dürfen die in leuchtendem Orange gekleideten Gefangenen duschen und haben in zehn Meter langen Käfigen 15 Minuten Freigang. Sobald sie freilich ihre Zellen verlassen, werden ihnen die Füße zusammengekettet und die Hände an den Gürtel gefesselt.

Die Lagerleitung verweist stolz darauf, dass in den Zellen die Richtung, in der Mekka liegt, mit einem Pfeil ausgewiesen ist, die Gefangenen Korane haben und über das Lagerradio fünf mal am Tag zum Gebet gerufen werden. Die Küche verarbeitet nur Fleisch von nach den muslimischen Vorschriften geschlachteten Tieren.

Verletzungen mit stumpfen Gegenständen

Für George W. Bush sind die auf Kuba Internierten schlicht "Killer". Doch Camp Delta, das von Delegierten des Internationalen Roten Kreuzes besucht wird, ist dabei gar nicht das schlimmste Internierungslager der US-Army. In Verhörzentren in Afghanistan sind seit Dezember vergangenen bereits drei Gefangene zu Tode gekommen. Hochrangige Al-Qaida-Männer verschwinden gänzlich von der Bildfläche und werden offenbar von Verhörexperten befreundeter arabischer Geheimdienste bearbeitet.

Im Dezember vergangenen Jahres lag ein 22 Jahre alter Taxifahrer fünf Tage nach seiner Einlieferung in Bagram tot in seiner Zelle. Vor ihm war bereits der Bruder eines ehemaligen Taliban-Kommandeurs an einem Blutklumpen in der Lunge gestorben. In beiden Fällen waren in von einer Pathologin der US-Army ausgestellten Totenscheinen "Verletzungen mit stumpfen Gegenständen" diagnostiziert und als Todesursache "Totschlag" vermerkt.

Ein Ex-Gefangener berichtete, dass der herzkranke Taxifahrer in Panik geraten sei, weil er unter einer Kapuze nicht genug Luft bekommen hätte. Ein anderer, der ihn in seiner Zelle sah, erinnert sich: "Sein Gesicht war dunkel angelaufen."

Zwei weitere Mithäftlinge erklärten nach ihrer Entlassung, dass sie in dem Verhörzentrum der CIA über Tage stehen mussten - nackt, mit verbundenen Augen und angekettet. In dem nachts eiskalten Raum seien sie mit Scheinwerfern und Tritten am Schlafen gehindert worden. Die Fußfesseln seien so eng angezogen worden, dass ihnen die Füße anschwollen und taub wurden.

Das Pentagon ordnete eine Untersuchung der beiden Todesfälle Bagram an. Doch während deren Ergebnis noch aussteht, kam Ende Juni ein weiterer Gefangener in einem Stützpunkt der US-Army in Asadabad in der Provinz Kunar unter ungeklärten Umständen zu Tode.

"Wir lassen die Scheiße aus ihnen heraustreten"

Der US-Journalist Bob Woodward, der einst den Watergate-Skandal mit enthüllte, hat zusammen mit Kollegen von der "Washington Post" herausgefunden, dass die CIA ein hochgeheimes Schattenreich für Terrorverdächtige aufgebaut hat, in dem beispielsweise der Al-Quaida-Kopf Khalid Sheik Mohammed zusammen mit zwei seiner Kinder spurlos verschwunden ist. Weitere wichtige Al-Quaida-Kader, die zumeist in Pakistan verhaftet wurden, werden demnach in einem Verhörzentrum auf Diego Garcia, einer einsamen Insel im indischen Ozean, bearbeitet.

Das Internationale Rote Kreuz bat die US-Regierung um Aufklärung, aber erhielt bisher keine Antwort. Ebenso erging es Amnesty International, das in Washington um Informationen über den Verbleib von fünf Verschwundenen nachsuchte.

Besorgt ist die Menschenrechtsorganisation darüber, dass US-Agenten Verhaftete an Folterspezialisten befreundeter arabischer Geheimdienste weitergegeben. So geht Amnesty davon aus, dass Internierte von amerikanischen Geheimdiensten nach Marokko, Jordanien und Ägypten verschleppt wurden. Ein US-Geheimdienst-Mann, der diese Transaktionen organisiert, begründete das gegenüber den "Washington Post"-Rechercheuren: "Wir treten nicht die Scheiße aus ihnen heraus. Wir schicken sie in andere Länder, damit sie die Scheiße aus ihnen heraustreten." Ein anderer sagte: "Wenn wir nicht zeitweise Menschenrechte verletzten, machen wir nicht unsere Arbeit."

Datteln und Eiscreme für den, der auspackt

Am 4. Juli erklärte George W. Bush anlässlich des amerikanischen Nationalfeiertags: "Alle die heute unter Tyrannen leben und sich nach Freiheit sehnen, setzen ihre Hoffnungen nach Freiheit auf die Vereinigten Staaten von Amerika." Am Tag zuvor hatte der Präsident grünes Licht dafür gegeben, dass die ersten sechs Gefangenen aus Guantánamo Bay vor eine Militärkommission gestellt werden, deren Formierung Donald Rumsfeld bereits im März vergangenen Jahres angeordnet hatte. Moazzam Begg aus Birmingham ist bei dieser ersten Gruppe von Angeklagten, sowie ein weiterer Brite und der Australier David Hicks.

Rumsfelds Stellvertreter Paul Wolfowitz ist für die Rekrutierung von Anklägern, Verteidigern und Richtern verantwortlich. Auch die Mitglieder der Berufungskommission benennt er. In letzter Instanz könnte Präsident Bush zum Tode Verurteilte begnadigen, aber da er als Gouverneur von Texas 151 Todesurteile abzeichnete und nur in einem einzigen Fall den Vollzug ausgesetzt hat, können Gefangene kaum auf präsidiale Gnade hoffen.

Die Militärkommissionen, die in der Tradition von Militärtribunalen stehen, die im Zweiten Weltkrieg mit deutschen und japanischen Spionen kurzen Prozess machten, werden nicht nur von Juristen in aller Welt, sondern auch von amerikanischen Bürgerrechtlern und Anwälten abgelehnt. Auch der britische "Economist", der Bushs Feldzüge in Afghanistan und Irak propagandistisch unterstützte, kritisiert die geplanten Prozesse vor den Militärkommissionen als "ungerecht, unklug und unamerikanisch". Das einflußreiche Magazin prophezeit, dass sie sich als "kontraproduktiv für den Krieg gegen den Terrorismus" erweisen würden.

Außenminister Colin Powell, hat Rumsfeld bereits im April in einem Brief aufgefordert, die Internierten als Kriegsgefangene anzuerkennen. Doch davon wollen seine Rivalen im Pentagon nichts wissen.

Der Verhandlungssaal für die bevorstehenden Tribunale ist bereits möbliert und verfehlt - zusammen mir der geplanten Exekutionskammer - offenbar seine Wirkung nicht. So berichtete der Lagerkommandant Generalmajor Geoffrey Miller, daß die Zahl der geheimdienstlich relevanten Informationen, die seine Verhörer von Internierten bekamen, sich seit Februar versechsfacht habe. Dank "anreizorientierter Vernehmungen", habe er jetzt "eine große Zahl, von Gefangenen, die sehr kooperativ sind" und andere belasten.

"Der Weg zur Rückkehr", heißt auf Plakaten, die über all im Lager hängen, "führt über die vollständige Wahrheit und Zusammenarbeit." Wer in Camp Delta richtig auspackt, wird in eine Abteilung verlegt, in der es mehrere Stunden am Tag Zusammenschluss mit anderen Gefangenen gibt - und regelmäßig sogar Datteln und Eiscreme.
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gruß, mick (bekennender alteuropäer)

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