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cds23 ( Gast )
Beiträge:

08.01.2004 06:47
Presse vom 08.01.2004 antworten

F N P

Die Lions wollen endlich die Berliner Eisbären überflügeln

Frankfurt. "Wenn das Team diese Warnung überhört, verstehe ich die Eishockey-Welt nicht mehr", sieht Lance Nethery, Manager der Frankfurt Lions, der vorverlegten Begegnung der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) beim Schlusslicht Freiburger Wölfe (Donnerstag, 20 Uhr, live in Premiere) mit gemischten Gefühlen entgegen.

Mit "der Warnung" meinte Nethery den 10:5-Kantersieg der Wölfe gegen Spitzenreiter Berliner Eisbären. Nicht zuletzt durch diesen "Ausrutscher" der Ostberliner konnten die Lions mit dem Tabellenführer (beide 71 Punkte) gleichziehen. Die Lions versuchen seit Wochen vergeblich, an den Berlinern vorbei zu ziehen. Mit einem Sieg im Breisgau und einem Heimsieg gegen Augsburg – die Partie am Sonntag wurde auf 14.30 Uhr vorverlegt – könnte den Frankfurtern dies gelingen. "Wir sind allerdings auf Schützenhilfe angeboten, denn die Eisbären haben die um 13 Tore bessere Differenz", meinte Lions-Coach Chernomaz, der personell aus den Vollen schöpfen kann. Die Eisbären gastieren am Sonntag in Krefeld, empfangen am Freitag die unbequem zu spielenden Iserlohn Roosters. Keine schlechten Vorzeichen also für die Hessen. Im Spiel gegen Augsburg gibt es übrigens ein Wiedersehen mit Rick Girard, der bei seinem neuen Arbeitgeber eine starke Saison spielt und schon 24 Scorerpunkte verzeichnete. Noch stärker trumpft allerdings sein Nachfolger Jason Young, der aus Ingolstadt kam, bei den Lions auf. Nach durchwachsenem Start ist er längst integriert. Neben DEL-Scorerkönig Pat Lebeau (16 Tore und 32 Vorlagen) ist Young der Mann mit den entscheidenden Toren: elf Treffer und 18 Vorlagen sind seine Bilanz. (el)


Gervais würde Obresa gut schmecken

Bad Nauheim. Für den "Hit" am morgigen Freitag (20 Uhr) bei Spitzenreiter EHC Wolfsburg verschwendete Trainer Peter Obresa gestern noch keinen einzigen Gedanken: "Ich bin froh und genieße erst einmal die Freude über die gelungene Aufholjagd gegen unseren Verfolger SC Bietigheim, das war ein ganz schweres Stück Arbeit!"

Knapp 2500 Zuschauer - eine gute Zahl für eine Dienstagsspieltag - sahen Fans eines der besten Saisonspiele. "Nicht nur ein Verdienst meines Teams – Bietigheim hat spielerisch ebenfalls voll überzeugt", resümierte Obresa nach dem 4:3-Zittersieg.

"Es war knapp, aber die Roten Teufel waren eine Idee konsequenter in der Chancenverwertung", sprach Gäste-Coach Dany Naud (früherer Meisterspieler des EV Landshut) von einem verdienten Sieg der Badestädter. Durch die beiden knappen Heimsiege gegen Duisburg und nun Bietigheim hat sich der EC ein kleines Polster gegenüber den Verfolgern geschaffen. Der Tabellenzweite liegt immerhin fünf Punkte vor den Duisburgern und bereits zehn Zähler vor dem Vierten (Straubing) und Fünften (Bietigheim). 21 Spieltage sind jedoch noch zu absolvieren.

Nun will Alleingesellschafter Hans-Bernd Koal nach Rang eins greifen. Ein schweres Unterfangen, denn seit Woche punktet Spitzenreiter Wolfsburg mit fast beängstigender Konstanz. "Personell das bestbesetzte Team", hofft Koal aber dennoch fest, dass "seine" Jungs morgen Abend etwas reißen werden.

Bereits fünf Punkte Vorsprung besitzt das Team aus der VW-Stadt, das jedoch bereits ein Spiel mehr ausgetragen hat. "Wir werden auch noch stärker, leider steht uns unser neues Verteidiger-Ass Jason Meyer erst am kommenden Dienstag zur Verfügung und Brian Loney benötigt noch drei Wochen zur völligen Genesung", verrät Koal.

Im Fall einer Niederlage im Gipfeltreffen bei der heimstarken "Osteuropa-Auswahl" der Wolfsburger würde sich der Rückstand auf (vorentscheidende?) acht Zähler vergrößern. Unabhängig vom Ausgang des morgigen Spiels will Koal in Absprache mit Peter Obresa neben Meyer noch einen ausländischen Spieler bis spätestens zum Transferschluss am 31. Januar an Land ziehen. "Wir stehen in aussichtsreichen Verhandlungen, aber noch ist der Vertrag nicht ganz unterschriftsreif", so Koal.

Ein heißer Kandidat ist der letzte Saison noch bei den Frankfurt Lions spielende Victor Gervais. Der Stürmer und gute Techniker ist zurzeit vertragslos, nachdem er einen Wechsel von seinem bisherigen Verein in South Carolina in eine andere Liga ablehnte. Gervais spielte bereits unter Obresa während dessen Trainertätigkeit in Frankfurt.

Die Wochenendaufgaben des EC könnten nicht unterschiedlicher sein. Am Freitag in der fast uneinnehmbaren, allerdings maroden "Festung" in Wolfsburg, am Sonntag (19 Uhr) gegen die auswärts ziemlich zahnlosen Löwen aus Bad Tölz. Gerade mal acht Punkte holte der Altmeister aus dem Isarwinkel in der Fremde.

Am Dienstag unterstrichen die Tölzer "Buam" jedoch ihren leichten Aufwärtstrend mit einem glatten 6:3-Sieg gegen den Tabellenvierten Straubing. "Wir sind gewarnt, Tölz ist sehr kampfstark", weiß Obresa vor dem letzten Spiel ohne Jason Meyer.

Gast
Beiträge:

08.01.2004 06:48
#2 RE:Presse vom 08.01.2004 antworten

RUNDSCHAU

Nicht zur Lachnummer werden

Die Frankfurt Lions gelten heute beim Tabellenletzten in Freiburg als eindeutiger Favorit, was einen Sieg nicht unbedingt garantiert

VON MATTHIAS KITTMANN

Drei Spiele hat Eishockey-Erstligist Frankfurt Lions zuletzt am Stück gewonnen. Heute haben die Lions im vorgezogenen Spiel bei den Freiburger Wölfen (19.30 Uhr/live in Premiere) die Chance, diese Serie auszubauen. Schließlich ist der Aufsteiger mit Abstand Tabellenletzter.

Doch was auf dem Papier machbar aussieht, ist in der Praxis nicht ohne. Das erlebten die Lions selbst bei ihrem ersten Auftritt im Breisgau, als sie trotz eines Zwei-Tore-Vorsprungs nur mit Mühe 6:5 im Penaltyschießen gewannen. Und Tabellenführer Eisbären Berlin wurde unlängst von den Freiburgern gar mit 10:5 vorgeführt.

Es scheint wohl hauptsächlich ein mentales Problem, mit dem Gastmannschaft in Freiburg zu kämpfen haben. "Jeder denkt, so ein Spiel kann man nicht verlieren", so Lions-Trainer Rich Chernomaz, "und dann geht es plötzlich ganz schnell und man wird zur Lachnummer der Liga."

So ist es Chernomaz' wichtigste Aufgabe, seinen Spielern jegliche Überheblichkeit auszureden: "In so einem Spiel muss man von der ersten Sekunde konzentriert bei der Sache sein, denn Freiburg versucht mit Hurra-Eishockey den Gegner in die Defensive und zu Strafzeiten zu drängen." Sich auf einen offenen Schlagabtausch einzulassen, wäre das dümmste, was die Lions machen könnten, "denn das kann man sich nur leisten, wenn man wie Freiburg nichts zu verlieren hat", so Chernomaz. Genauso fordert er, sich möglichst von der Strafbank fern zu halten. Was gar nicht so einfach ist. Nicht nur, weil die Lions mit knapp 23 Minuten pro Spiel den zweithöchsten Schnitt der Liga haben. Sondern auch, weil bei Freiburg als vermeintlichem Underdog bewusst oder unbewusst mitunter eine Auge zugedrückt wird.

Neben der psychologischen Einstimmung muss Chernomaz noch eine andere Aufgabe lösen. Weil alle Akteure fit sind und die Lions somit einen Lizenzspieler über 23 Jahren zu viel an Bord haben, muss einer auf der Tribüne Platz nehmen. Vermutlich wird er daher noch einmal Markus Jocher nach seiner schweren Bronchitis schonen. Und Verteidiger Jonas Stöpfgeshoff wird wie zuletzt neben Pat Lebeau und Jesse Belanger stürmen.

Eine relativ neue Formation im Angriff ist die Reihe Mike Harder, David Gosselin und Christian Kohmann. "Eine sehr physische Linie", so Chernomaz, "die die Top-Reihe des Gegners stoppen kann." Zu Jason Young und Dwayne Norris rückt Neuzugang Daniel Peters, so dass dies eine Linie mit viel Tempo verspricht. Martin Reichel, Michael Hackert und David Sulkovsky bilden den vierten Block, Mark Etz spielt als 13. Stürmer die "Feuerwehr", um die anderen zu entlasten.

Am kommenden Sonntag steht schon um 14.30 Uhr das Heimspiel in der Eissporthalle gegen die Augsburger Panther an. So schwer sich die Lions auswärts bei den bayrischen Schwaben tun, in Frankfurt wiederum rissen die Panther bislang auch nicht viel. Die vergangenen acht Spiele gegen Augsburg haben die Lions zu Hause gewonnen. Aber Statistiken decken bekanntlich nur die Vergangenheit ab, nicht die Zukunft. Zumal die Gäste nach zuletzt drei Niederlagen, darunter am Dienstag ein 2:7 gegen Mannheim, drohen, aus den Playoff-Rängen zu rutschen. Spiele abzuschenken, können sie sich daher nicht leisten. Genau so wenig wie die Lions, wenn sie nicht nur frühzeitig die Playoff-Qualifikation klar machen wollen, sondern wenn möglich auch einen Platz unter den ersten Vier, um sich das Heimrecht in der ersten Runde zu sichern.

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